ExxonMobil-Offshore auch von Belgien aus geleitet

Von den 92 in den Bahamas Leaks genannten Belgiern oder in Belgien wohnenden Personen gehören 31 Betroffene zu einer Gruppe von Managern und Direktoren einer Offshore-Konstruktion des internationalen Ölkonzerns ExxonMobil, wie die mit ermittelnden belgischen Medien Knack, Le Soir und De Tijd melden.

Die Bahamas Leaks sind den Panama Papers ähnliche Lecks zu Unternehmen, die in Steuerparadisen ihre Gewinne am Fiskus ihres Heimatlandes vorbei investieren.

In den Dokumenten der Bahamas Leaks tauchte unter anderem ein sehr hoch dotierter Vertrag zum Bau eines Terminals für Flüssiggas im Hafen von Zeebrügge auf. Eine auf den Bahamas Gesellschaft unter dem Namen "Zeebrugge LNG Trading Company Limited" weist einen deutlichen Link mit Belgien auf.

Diese Offshore-Konstruktion "Zeebrugge LNG Trading Company Limited" gehört zum belgischen Unternehmen Fluxys, dass das hiesige Erdgas- und Gasnetzwerk betreibt und verwaltet. Fluxys hat seit 2007 einen diesbezüglichen Vertrag mit Qatar Petroleum und mit ExxonMobil, über den 20 Jahre lang per anno 3,4 Mio. Tonnen flüssiges Erdgas zu verarbeiten. Zudem ist das LNG-Terminal in Zeebrügge das Vertriebstor für Erdgas in ganz Nordwest-Europa.

Offenbar ist also "Zeebrugge LNG Trading Company Limited" laut der an den Bahamas Leaks beteiligten belgischen Medien Knack, Le Soir und De Tijd faktisch eine exotische Offshore-Konstruktion von ExxonMobil.

Die Recherchen der internationalen Medien ergaben, dass 31 Personen in leitenden Funktionen für dieses Unternehmen von Belgien aus in einer der vielen dutzend Offshore-Firmen von ExxonMobil auf den Bahamas arbeiten. Aber, kein einziger belgischer Staatsbürger arbeitet dafür auf den Bahamas, wie die Recherchen auch ergaben.

Trotzdem sollen die 31 in Belgien arbeitenden ExxonMobil-Mitarbeiter den hiesigen Steuerfahndern mehr Auskunft zu den Inhalten der Bahamas Leaks geben müssen.