Iranischer "Terrorstudent" nicht juristisch verfolgt

Ein Student aus dem Iran, der im vergangenen Sommer im Zentrum von Brüssel für Aufruhr sorgte, weil er bei heißen Temperaturen eine seltsame Jacke mit Messgeräten trug, wird wohl nicht juristisch verfolgt werden. Der Student der Universität Gent führte seinerzeit Messungen im Rahmen seiner Doktorarbeit durch und hatte die gespannten Nerven der Brüsseler nach den Terroranschlägen unbeachtet gelassen.

Am 20. Juli, ein Tag vor dem belgischen Nationalfeiertag, hatte der Student im Brüsseler Stadtzentrum für erhebliche Aufruhr gesorgt. Er wanderte in einer langen Jacke gekleidet, aus der Kabel und Sensoren herausragten, durch die historische Altstadt. Nach den Anschlägen auf die Hauptstadt am 22. März waren die Nerven in Brüssel noch sehr gespannt und die Polizei reagierte auf entsprechende Meldungen mit ihrer geballten Kraft.

Polizisten mit scharfen Waffen hielten den jungen Mann stundenlang in Schach und der Kampfmittel-Räumdienst DOVO der belgischen Armee setzte sogar einen Roboter ein, um die Gerätschaften des Betroffenen in Augenschein zu nehmen. Doch schnell war danach deutlich, dass es sich bei dem Iraner nicht um einen islamistischen Terroristen handelte, sondern um einen Studenten, der im Rahmen seiner Doktorarbeit für die UGent die Auswirkungen von GSM-Strahlungen auf den Menschen mit Messungen in stark frequentierten Umgebungen untersuchte.

Die Brüsseler Polizeizone Hauptstadt-Elsene forderte von der Genter Uni und von dem Studenten danach, den gesamten Polizeieinsatz in diesem Zusammenhang zu bezahlen. Doch jetzt, einige Monate später, haben sich die Gemüter bei der Brüsseler Polizei offenbar wieder beruhigt.

Die Universität freute sich auch im Namen ihres Studenten über die Nachricht aus Brüssel, dass dieser und die UGent weder juristisch verfolgt werden, noch dass sie für die Unkosten des umfangreichen Polizeieinsatzes aufkommen müssen. Die Polizeizone Brüssel Hauptstadt-Elsene allerdings schien am Freitag noch nicht auf die Höhe dieser neuen Entwicklung gebracht worden zu sein.