Bourgeois: "Flanderns Motor läuft, jetzt ist es Zeit für den Turbo"

In seiner jährlichen Septemberrede zur Zukunft Flanderns vor dem flämischen Parlament hat Ministerpräsident Geert Bourgeois an diesem Montag vor allem neue Investitionen versprochen, zum Beispiel in die Schul- und in die F&E-Infrastruktur, aber auch in eine "warmherzige" Gesellschaft. Daneben glaubt Bourgeois an mehr Internationalität: "Internationale Maßnahmen setzen wir übrigens in allen Bereichen durch, auch in Kunst und Kultur."

Den positiven Kurs, den Flandern weiter halte, untermauerte der Ministerpräsident mit zahlreichen Beispielen zu den Stärken, die die Region vorweisen könne, darunter die ausgezeichnete logistische Lage mit optimal ausgestatteten Häfen, gut geschulte und produktive Arbeitskräfte, weltweit renommierte Forschungszentren, stets schlankere und effizientere öffentliche Dienstleistungen, innovative und stark exportierende Unternehmen. Auch "die vom pulsierenden flämischen Vereinsleben ausgehende menschliche Wärme" vergaß Bourgeois nicht, zu erwähnen.

"Wir wollen eine flämische Nation, die offen, sozial, vital und international ist, die Wohlfahrt auf innovative und nachhaltige Weise schafft und in der jeder eine Rolle spielt. Deshalb erhöhen wir unsere Investitionen weiter. Wir injizieren besonders viel Sauerstoff in unsere Gesellschaft, in unsere Wirtschaft, in unsere Jobs."

Und wie zum Beweis, dass es die flämische Regierung ernst meint, kündigte Bourgeois gleich Investitionen von 100 Millionen Euro in neue Schulgebäude an. Auch setze man auf die Modernisierung des Unterrichtswesens. Und man werde weiterhin in qualitätsvollen Unterricht investieren.

Forschung und Entwicklung seien der Motor der neuen Wirtschaft, die Grundlage für Wohlfahrt. Deshalb plane man Investitionen in Höhe von 100 Millionen Euro u.a. in die F&E-Infrastruktur.

Daneben soll Flandern wettbewerbsfähiger werden. 2017 senke Flandern die Steuern für die Flamen um ganze 312 Millionen Euro.

Jetzt schon 450 Veröffentlichungen auf Deutsch

Bourgeois zieht in seiner Rede auch immer wieder das internationale Register. So betonte er, dass Flandern sein ausgezeichnetes Auslandsnetzwerk von Flanders Investment & Trade vertiefen und stärken wolle. Mit einem reformierten Subventionsangebot wolle die Region vor allem kleinen und mittleren Unternehmen helfen, internationaler zu werden. Das gelte auch für den Bereich Kunst und Kultur.

Gemeinsam mit den Niederlanden sei man auf der Frankfurter Buchmesse vertreten. Diese verspreche fantastische Ergebnisse mit jetzt schon rund 450 neuen Veröffentlichungen in deutscher Sprache. Nie zuvor habe ein Gastland im Vorfeld der Buchmesse so viele Übersetzungen erhalten, betonte Bourgeois weiter.

Außerdem sprach Bourgeois von Investitionen in Umwelt und in eine "warmherzige" Gesellschaft. 132 Millionen Euro sollen in eine neue Gesundheitspolitik fließen. Es werde ein neues System der Finanzierung von Menschen mit einer Behinderung eingeführt. Sie werden zum Beispiel selbst entscheiden können, wie sie ihre eigene Hilfe organisieren. Gleichzeitig wird das Finanzierungssystem der Krankenhäuser reformiert und jedes Jahr Mittel für den Unterhalt der Krankenhaus-Infrastruktur zur Verfügung gestellt. 2019 wird zudem ein neues Kindergeldsystem eingeführt.

Alle Flamen und Neuankömmlinge müssten die Fundamente unserer Gesellschaft akzeptieren, betonte der N-VA-Politiker aber auch noch.

Einen Gang höher Schalten

Er wolle keine selbstgefällige Rede halten, doch zufrieden und hoffnungsvoll sei er schon, schloss Bourgeois seine Rede. 

Nach zwei Jahren der Einsparungen habe man nun die Hausaufgaben in Flandern erledigt und könne jetzt hoffnungsvoll beginnen, in die großen Nöte der Gesellschaft zu investieren. "Der Motor ist gestartet, er läuft. Jetzt ist es Zeit für den Turbo."