Verbraucherumfrage zu Ladenöffnungszeiten

Betreiber von Geschäften, Boutiquen oder Märkten in Belgien wollen von verkaufsoffenen Sonntagen noch immer nicht viel wissen, doch da haben sie offenbar die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Aus einer Umfrage von Qrf, einer Immobilienagentur, die sich auf Ladenlokale spezialisiert hat, wollen mehr als die Hälfte aller Verbraucher auch an Sonntagen einkaufen gehen.

Qrf City Retail stellte im Rahmen einer Umfrage unter 1.300 Verbrauchern in Belgien nicht nur fest, dass mehr als die Hälfte aller Befragten auch an Sonntagen einkaufen gehen wollen, sondern dass sich auch viele längere Ladenöffnungszeiten unter der Woche wünschen würden.

Ein Großteil der Arbeitnehmer z.B. würde wochentags gerne nach 18 Uhr noch einkaufen gehen, doch dann machen die meisten Geschäfte schon zu. Die Verbraucher drängen jedoch darauf, dass die Läden dann erst um 19 Uhr schließen. Immerhin ein Viertel der von Qrf befragten Konsumenten plädiert sogar für 20 Uhr als Ladenschlusszeit.

Annelies Desmuyter, CEO bei Qrf City Retail, gab gegenüber der flämischen Sonntagszeitung De Zondag an, dass vor allem jüngere Verbraucher finden, die Ladenschlusszeiten sollten auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden: „Vor allem Städte mit vielen jungen Einwohnern und Touristen würden gut daran tun, eine Politik von breiteren Öffnungszeiten zu führen. Warum sollte man z.B. am Donnerstagvormittag nicht später öffnen, um dann abends länger offen zu haben?“

Jeden Tag shoppen?

Qrf plädiert daher für Überlegungen auf kommunaler Ebene bzw. auf Ebene der Mittelstandsverbände. Wenn jeder dritte Verbraucher in Belgien fordere, dass man jeden Tag in der Woche und auch am Wochenende einkaufen gehen können müsse, dann sollte man über mehr verkaufsoffene Sonntage und über allgemein spätere Ladenschlusszeiten nachdenken.

Das betreffe übrigens nicht nur die jüngeren Generationen, sondern alle Altersklassen. Jüngere Verbraucher würden, so Qrf, spontaner einkaufen, ältere Generationen aber zielgerichteter: „Mit offenen Sonntagen könnten die Innenstädte Kunden aller Alterskategorien zufriedenstellen.“