Etienne Davignon: „Es gibt kein zweites Sabena!“

Etienne Davignon (Archivfoto), der Vorstandsvorsitzende von Brussels Airlines, sagte am Sonntag gegenüber unseren Kollegen des frankophonen Rundfunks RTBF, dass es nach der Übernahme der belgischen Airline auf keinen Fall zu einem zweiten Drama à la Sabena kommen werde. Die Marke Brussels Airlines werde nicht verschwinden.

Nach der Ankündigung von Lufthansa, die belgische Fluggesellschaft Brussels Airlines gemäß früher getroffenen Abmachungen tatsächlich vollständig zu übernehmen, herrschte hierzulande Unsicherheit darüber, wie es nun weitergehen würde.

Die deutsche Lufthansa will jetzt mit den anderen BA-Aktionären zu einer Einigung zu den Modalitäten der Übernahme kommen, damit der Deal bis zum Jahresende abgeschlossen werden kann. Ziel ist, die Arbeitsplätze in Brüssel zu sichern, den Markennamen Brussels Airlines zu behalten, das Netz der angebotenen Fluglinien so zu erhalten, wie es jetzt besteht und nicht zuletzt festzulegen, wo die Beschlüsse bezüglich der BA fallen werden.

Etienne Davignon, der Vorstandsvorsitzende von Brussels Airlines, sagte am Sonntag gegenüber Journalisten der RTBF, dass die Übernahme durch die Lufthansa nicht das Ende der belgischen Fluggesellschaft darstelle und dass die Marke beibehalten werde: „Im Mittelpunkt steht aber die Arbeitsplatzsicherung und diese können wir halten. Ich bin nicht naiv, ich weiß, wo wir in den Verhandlungen stehen. Es ist bei Brussels Airlines kein Sozialplan in Sicht und das bedeutet, dass es nicht zu einem ‚Sabena-bis‘ kommen wird.“

Davignon gilt in Belgien als einer der erfahrensten Geschäftsleute in Belgien, eine Art „Captain of Industrie“, der in mehreren Aufsichtsräten sitzt. Die dramatische Pleite des Brussels-Airlines-Vorläufers Sabena im November des Jahres 2001 liegt den Belgiern noch immer schwer im Magen. Daher löste die bevorstehende Übernahme von SN Brussels Airlines durch die Lufthansa bei einigen Beobachtern auch Bedenken aus.