Nordsee: Künstliche Insel gegen Jahrhundertsturm?

Flanderns Landesminister für Mobilität und öffentliche Arbeiten, Ben Weyts (N-VA), und Belgiens Staatssekretär für die Nordsee, Philippe De Backer (Open VLD) wollen bis 2020 den Startschuss zum Bau einer künstlichen Insel vor der Küste von Knokke-Heist (Foto) geben. Diese Insel soll die belgische Ostküste vor einem „Jahrhundertsturm“ sichern.

Die Idee zum Bau einer künstlichen Insel vor der Nordseeküste kommt ursprünglich von der Privatinitiative „Vlaamse Baaien“ („Flämische Buchten“) an der Ostküste. Auf Basis einer Studie, die diese Initiative in Auftrag gab, will Flandern prüfen, wie man die Nordseeküste langfristig gegen den steigenden Meeresspiegel und/oder gegen so genannte Jahrhundertstürme schützen kann.

Landesminister Weyts macht dafür bei der flämischen Regierung schon jetzt 8 Mio. € frei, um weitere Studien zu finanzieren: „Wir investieren in die Zukunft und in diesem Fall sogar in eine sehr ferne Zukunft. Wir müssen nach intelligenten Lösungen suchen, um uns auf sehr lange Sicht hin gegen das steigende Wasser zu schützen. Ich freue mich darüber, Staatssekretär De Backer für diese Sache als Partner gewinnen zu können.“

Eine dieser Lösungen könnte der Bau einer etwa 40 Hektar großen künstlichen Insel rund 1,2 Kilometer vor der Küste von Knokke-Heist sein, denn offenbar gilt der östliche Teil der hiesigen Nordseeküste als besonders hochwassergefährdet. Diese Insel soll zum einen bei wissenschaftlichen Forschungen zu den Auswirkungen von Wellen und Gezeiten auf den Küstenstreifen helfen, zum anderen aber auch nach einer späteren Vergrößerung auf bis zu 450 Hektar als Hochwasserschutz.

Staatssekretär De Backer will den noch bis 2020 laufenden „Maritimen Raumordnungs-Plan“ (MRP) der belgischen Bundesregierung entsprechend anpassen und in einem Folgeplan die Idee einer künstlichen Insel festhalten.