Zu viele Informationen auf dem Tisch der Staatsanwaltschaft

Seit den Anschlägen in Paris vom 13. November letzten Jahres werden viel schneller Polizeiprotokolle erstellt und Anzeige erstattet, weil sich die Polizei und die lokalen Staatsanwaltschaften nicht vorwerfen lassen wollen, Informationen vorenthalten zu haben.

Dadurch lande eine zu große Menge an ungefilterten Informationen auf dem Tich der föderalen Staatsanwaltschaft. Das hat der Generalstaatsanwalt von Brüssel, Johan Delmulle (Archivfoto), in der parlamentarischen Untersuchungskommission zu den Anschlägen gesagt.

"Es werden schneller als früher Protokolle von der Polizei aufgestellt. Diese werden dann den Gerichten weitergeleitet. Auch vom Geheimdienst werden schneller als früher Notizen an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet."

Der Grund: "Seit November 2015 hat man Angst, dass man im Besitz von Informationen ist, die man nicht oder nur unvollständig und beizeiten mit den Gerichten und zuständigen Behörden geteilt hat. Denn, wenn etwas passiert und man hat die Information nicht weitergegeben, könnte man zum Sündenbock gemacht werden."