Anerkannte Flüchtlinge ziehen lieber in die Städte

Die meisten im belgischen Bundesland Flandern anerkannten Flüchtlinge zieht es in die Städte. Sobald sie die Auffangzentren verlassen dürfen, suchen sie nach einer Bleibe in einer der großen flämischen Städte. Dies ist aus einer Erhebung der entsprechenden Statistiken der flämischen Behörden aus dem Zeitraum 2014 bis heute, sprich bis zum 20. Juli 2016, ersichtlich.

Die meisten offiziell in Flandern (und auch allgemein in Belgien) anerkannten Flüchtlinge zieht es in die Hafenmetropole Antwerpen. Dort haben sich seit Anfang 2014 über 2.300 Flüchtlinge, die in Belgien Aufenthaltsrecht erworben haben, niedergelassen. Dahinter folgen in der Popularität Gent, Löwen und Ostende. Hier fanden jeweils rund 400 von ihnen eine vorläufige neue Heimat.

Dass Antwerpen bei den Flüchtlingen so beliebt ist, ist für die Stadt keine Überraschung. Die Stadt bietet ausreichend bezahlbaren Wohnraum und da Flüchtlinge oder Asylsucher immer auf der Suche nach Netzwerken von Landsleuten seien, biete die Hafenmetropole weitere Möglichkeiten. Dass die Stadt und ihr Sozialhilfezentrum Flüchtlingen keinen Vorrang bei der Wohnungssuche einräumt, scheint den Zustrom nicht zu beeinflussen.

Auffallend dabei ist auch, dass viele Flüchtlinge aus anderen kleineren flämischen Zentrumsstädten nach Antwerpen, Gent, Löwen oder Ostende ziehen. Nicht wenige von ihnen kommen sogar aus Flüchtlings-Wohnheimen in der Wallonie.

Nur wenige Flüchtlinge zieht es offenbar in Richtung Roeselare, Kortrijk, Aalst, Mechelen, Turnhout, Genk oder Hasselt und laut Statistik sind Brügge und Sint-Niklaas überhaupt nicht populär. Zahlen für Brüssel liegen noch nicht vor, dürften jedoch denen von Antwerpen in etwa entsprechen, so die Behörden dazu.