Aus für Eandis-Deal: Alles wieder auf Null gestellt

Die Übernahme von 14 % der Eandis-Anteile durch den chinesischen Staatskonzern State Grid ist definitiv abgewendet worden. Bei der allgemeinen Versammlung beim flämischen Energie-Vertriebs-Netzwerk Eandis haben die Kommunalverbände an der entsprechenden Abstimmung wie erwartet, nicht teilgenommen.

Schon vorher war klar, dass aus dem Deal nichts wird, denn vor allem auf politischer Ebene war die Kapitalübernahme eines armeenahen chinesischen Staatskonzerns umstritten. Und vor der Abstimmung war bereits eine der Vorbedingungen für das Geschäft nicht mehr erfüllt, nämlich die Fusion der Kommunalverbände, die bei Eandis Anteile besitzen. Diese Kommunal-Fusion sollte „Eandis Assets“ genannt werden.

Nachdem zunächst die „Interkommunalen“ von Gent und danach die von Antwerpen abgesprungen waren (Antwerpen befürchtete vor allem höhere Eandis-Gebühren, sprich höhere Stromrechnungen für die Verbraucher), war die Sache gelaufen. Wie es jetzt bei Eandis weitergehen soll, ist unklar.

Nach Ansicht von Eandis-Vorstand Piet Buyse (Foto), wird die Suche nach neuem Kapital jetzt unter Umstände jahrelang andauern, wie er am Dienstagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion bedauerte:

„In einem neuen Trajekt müssen wir und wieder mit allen 229 Aktionären einigen. Das bedeutet, dass wieder alle Beschlüsse in allen Kommunalräten und allen Verwaltungsräten neu getroffen werden müssen. Jeder, der unser Unternehmen und unsere Vorgehensweise kennt, der weiß, dass das nicht im Handumdrehen realisiert werden kann.

"Das nächstmögliche Jahr wäre 2018, doch dann finden die Kommunalwahlen statt und dann dürfen solche Beschlüsse nicht mehr getroffen werden. Danach ist 2019, dass Jahr in dem die neu gewählten Stadt- und Gemeinderäte ihre Arbeit aufnehmen. Der Sprung kann also nicht übermorgen gemacht werden und dass ist eigentlich unmöglich.“, so Buyse

State Grid wollte 830 Mio. € für eine Minderheitsbeteiligung von 18 % bei Eandis investieren.

Nicolas Maeterlinck

Nicht das Aus für Eandis

18 Monate hatte Eandis an der jetzt geplatzten Übereinkunft mit Stadt Grid gearbeitet. Jetzt steht die Angelegenheit wieder am Anfang, denn sowohl der Deal mit den Chinesen ist geplatzt, als auch die Fusion der sieben zu Eandis gehörenden Kommunalverbände. Eandis-CEO Walter Vandenbossche sagte noch am Montagabend, dass jetzt die flämische Landesregierung mit einer Initiative aufwarten müsse:

„Lasst uns hoffen, dass die flämische Regierung sehr schnell über die Zukunft ihres Energienetzwerks nachdenkt und innerhalb von neuen Rahmenbedingungen müssen wir so schnell wie möglich agieren können.“

Eandis hört allerdings nicht auf, zu bestehen. Das Betreiben der Gas- und Stromleitungen in Flandern geht weiter und auch das Ausstellen der entsprechenden Rechnungen läuft weiter über dieses Unternehmen. Aber alles andere ist zurück auf Null gestellt und alles steht wieder auf Anfang.