Elia: "Ohne Energieplan kein Atomausstieg"

Der belgische Netzbetreiber Elia drängt darauf, rasch einen Energieplan für die Zukunft zu erarbeiten. Andernfalls könnte der geplante Atomausstieg mit der Schließung letztendlich aller Meiler bis 2025 nicht umgesetzt werden. Elia-Manager Chris Peeters warnte gegenüber dem flämischen Wirtschaftsblatt De Tijd vor vollendeten Tatsachen.

„Bis zum kommenden Sommer muss ein Plan stehen. Kommt dieser Plan nicht, dann ist die Gefahr groß, dass wir vor vollendeten Tatsachen stehen.“, so Peeters. Alle sieben Meiler in den Kernkraftwerken Doel bei Antwerpen und Tihange bei Lüttich sollen bis 2025 Schritt für Schritt vom Netz genommen werden. Doch auf welche Alternativen zur Stromgewinnung im Zuge dessen gesetzt wird, ist noch völlig ungeklärt. Aus diesem Grunde läutet Stromnetz-Betreiber Elia in Richtung Politik die Alarmglocken.

CEO Chris Peeters sagte dazu in der Mittwochsausgabe der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd, dass sich die Politiker in dieser Hinsicht auch auf schwierige Szenarien einlassen müssen: „Die Zahlen zeigen sehr deutlich, dass ein ernstes Versorgungsproblem droht, wenn alle Kernreaktoren abgeschaltet sind.“ Dass Elia-CEO Peeters schon jetzt einen Energieplan für die Zeit nach 2025 fordert, liegt auf der Hand.

Der Stromnetz-Betreiber muss sich in dieser Hinsicht auf den Bau von neuen Stromnetz- und Kabelinfrastrukturen vorbereiten und dies kann nach Ansicht von Elia Jahre dauern, viele Jahre. Peeters gibt weiter an, dass entsprechende Initiativen sowohl auf regionaler Ebene, als auch auf Ebene der Bundespolitik ergriffen werden müssen.

Bundesenergieministerin Marie-Christine Marghem (MR) will sich Anfang des kommenden Jahres mit den Landes- und Regionalregierungen an einen Tisch setzen, um Entscheidungen zur Versorgungssicherung für die Zukunft auf den Weg zu bringen.

Auch die Grünen mahnen zur Eile

Kristof Calvo (Foto), der Fraktionsvorsitzende der belgischen Grünen (Groen für Flandern und Ecolo für das frankophone Spektrulm) im belgischen Bundesparlament, mahnt in dieser Hinsicht zur Eine. Calvo sagte dazu am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion:

„Es wird eigentlich schon die ganze Zeit, schon seit Jahren, über das Erarbeiten von alternativen und erneuerbaren Energiequellen, über moderne und flexible Gaskraftwerke und über Energiesparen geredet. Doch damit ist bisher nur getrödelt worden. Und wieder bleibt ein neuer Energieplan aus, weil die Ministerin zwar etwas versprochen hat, …, doch das war schon wieder zu schnell. Ich unterstütze den Aufruf von Elia zu 100 %, denn es ist nötig, die Zukunft vorzubereiten und den Atomausstieg zu realisieren.“