Ex-Politiker Wesphael vom Totschlag an seiner Frau freigesprochen

Das Schwurgericht von Mons hat den ehemaligen Politiker Bernard Wesphael vom Totschlag an seiner Frau Véronique Pirotton freigesprochen. Dem Richter zufolge hätten die Ermittlungen nicht genügend Beweise hervorgebracht, um Wesphael für schuldig zu befinden.

Véronique Pirotton wurde am 31. Oktober 2013 tot in einem Hotelzimmer in Ostende aufgefunden. Der Anklage zufolge habe Wesphael seine Frau mit einem Kissen erstickt. Der Ex-Politiker stand deshalb wegen Totschlags vor Gericht. Bis zum Schluss hat Wesphael jedoch behauptet, dass Pirotton Selbstmord begangen habe.

Wesphael saß zehn Monate in Untersuchungshaft, wurde aber schließlich bis zum Prozess auf freien Fuß gesetzt. An diesem Dienstag ist er aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden.

In der Urteilsbegründung hieß es unter anderem, dass nach Anhörung aller Experten nicht ausgeschlossen werden könne, dass Véronique Pirotton an besagtem Abend an einer tödlichen Kombination aus Medikamenten und Alkohol gestorben sei. "Es besteht also begründeter Zweifel in der Schuldfrage", hieß es.

Über Schuld oder Unschuld war man sich während des Prozesses in der Tat nicht einig. Die Aussagen des ehemaligen Grünen-Politikers waren an verschiedenen Stellen unschlüssig, doch auch die Untersuchung im Hinblick auf den Tod von Pirotton wies Ungereimtheiten in dem Maße auf, dass selbst die Anklage zugeben musste, schon bessere Polizeiberichte gesehen zu haben.

Viele Zweifel sind geblieben und Wesphael somit freigesprochen. Der Mann reagierte besonders emotional auf das Urteil. Er brach in Tränen aus - genau wie seine Anwälte.