Bourgeois: "I want my European Union back"

Flanderns Ministerpräsident Geert Bourgeois (N-VA - Foto) hat die Eröffnungslesung am Europacollege in Brügge dazu genutzt, seine Vision in Sachen Europäische Union aufzuzeigen. Zum Anfang des neuen akademischen Jahres gab er einen Einblick darin, wo er mit dem belgischen Bundesland Flandern in der EU hin will.

Ministerpräsident Bourgeois eröffnete seine Lesung, die den, Titel „I want my European Union back“ trug, mit den Worten „Plus est en vous“, dem Motto der einstigen einflussreichen Adelsfamilie Gruuthuse in Brügge. Lodewijk van Gruuthuse (ca. 1422-1499) war der bekannteste Vertreter der Familie. Von diesem Diplomaten, Politiker, Feldherren, Humanisten und Kunstliebhaber stammt dieser symbolträchtige Satz, der in etwa bedeutet: „Es steckt mehr in ihnen“. Mit diesen Worten beschrieb Geert Bourgeois den mühsamen Weg, den die Europäische Union derzeit zu beschreiten hat.

„Wir brauchen eine Geschichte, die die Europäer begeistert. Wir brauchen einen ‚New Deal‘, der der existentiellen Krise der Europäischen Union ein Ende bereitet. Die Europäische Union muss eine Gemeinschaft von Werten und Prinzipien sein, ein Hafen der Hoffnung und der Aufklärung, ein Vorbild für die Welt.“

Doch dies, und darauf legte der flämische Ministerpräsident besonderen Nachdruck, sollte die Bräuche und die Gewohnheiten der Nationen und Regionen respektieren.

In dieser Hinsicht verwies Bourgeois in seiner Lesung beim Europacollege gleich mehrmals auf Schottland und auf Katalonien. Er ging dabei auch auf den Brexit ein, von dem er hofft, dass es zu einem ‚soften Brexit‘ kommen werde, denn seiner Ansicht nach sollten die guten Verbindungen zwischen den Briten und den Festland-Europäern auf jeden Fall bestehen bleiben.

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Drei Prioritäten und mehr Gewicht

Gleich drei Prioritäten sieht der flämische Ministerpräsident bei der EU für unerlässlich in der Planung der Zukunft: Die digitale EU, die Energie-Union und die Transport-Union. Doch er brach im Zuge seiner Lesung auch eine Lanze sowohl für wie wirtschaftliche und die monetäre Union und für einen einheitlichen Verteidigungsmechanismus.

Am Schluss seines Vortrags in Brügge holte Geert Bourgeois im Rahmen des Themas Einwanderung noch einmal gegen einige EU-Mitgliedsländer aus, die in dieser Hinsicht ihre Pflichten nicht erfüllten und ihren Teil der Belastung nicht übernehmen würden. Zu guter Letzt will Bourgeois auch, dass die EU „mehr Gewicht bekommt“ und zwar in von ihm so genannten „eingefrorenen Konflikten“, wie z.B. dem Konflikt zwischen Israel und Palästina.