Brüssel will Gauguin via Crowdfunding restaurieren

Die Königlichen Museen für Schöne Künste in Brüssel wollen zum ersten Mal versuchen, die Restaurierung eines Kunstwerks über Crowdfunding zu finanzieren. Bei dem Werk, dass es zu restaurieren gilt, handelt es sich um das „Porträt der Suzanne Bambridge“ (Foto) von Paul Gauguin.

Das „Porträt der Suzanne Bambridge“ von Paul Gauguin (1848 - 1903) wurde bereits 1923 nach Jahrzehnten von Transporten, unsachgemäßer Lagerung und wenig erfolgreichen Restaurierungen Eigentum der Königlichen Museen für Schöne Künste von Brüssel.

Eine endgültige Restaurierung des Ölgemäldes ist inzwischen auch bereits seit vielen Jahren Thema von Diskussionen. Inzwischen konnte die Wissenschaft durch Untersuchungen mit Röntgenstrahlen, ultravioletter Strahlung und innovativer multispektraler Analyse die Probleme und Schäden an den Farbschichten ausmachen.

Für die vollständige Behandlung des Gauguin-Werks aus dem Jahr 1892, entstanden bei dessen erster Südseereise, ist eine Summe von rund 45.000 € notwendig. 22.500 € davon will der Museumsverband jetzt via Crowdfunding zusammenbekommen. Dies ist nur die Hälfte der benötigten Summe, doch die Stiftung „Fonds Baillet Latour“ will auf jeden gespendeten Euro einen weiteren Euro drauflegen.

Michel Draguet, der Direktor der Königlichen Museen für Schöne Künste, will mit dem Vorgang für Verbundenheit sorgen: „Mit dem Crowdfunding wollen wir eine Museumsfamilie ins Leben rufen; eine Gemeinschaft von Besuchern, die dieses Museum lieben und die überdies begreift, dass neben der Konservierung auch die Restaurierung von allergrößter Wichtigkeit ist.“

Das Gemälde von Paul Gauguin ist ein sehr wichtiges Werk und in seiner Machart besonders selten und deshalb umso mehr erhaltenswert. Zudem ist es das erste frontal gemalte Porträt des Künstlers. Das „Porträt der Suzanne Bambridge“ ist derzeit noch in Brüsseler Fin-de-Siècle-Museum zu sehen. Die Crowdfunding-Aktion startet am 12. Oktober auf der Webseite www.gingo.community.