Spohr: "Keine Jobgarantie bei Brussels Airlines"

Carsten Spohr (Foto), der CEO der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa, schließt nicht aus, dass nach der vollständigen Übernahme von Brussels Airlines durch seine Gruppe auch Stellen abgebaut werden. In einem Gespräch mit der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd in dieser Woche gab er dazu ab, dass man auch in Deutschland derartige Garantien nicht geben könne.

Noch am vergangenen Wochenende sagte der Vorstandsvorsitzende der Holding SN Brussels Airlines, Etienne Davignon (siehe nebenstehenden Beitrag), gegenüber dem frankophonen Rundfunk RTBF: „Im Mittelpunkt steht die Arbeitsplatzsicherung und diese können wir halten.“

In den Tagen davor hatte die Lufthansa-Gruppe beschlossen, auch die restlichen 55 % Anteile an Brussels Airlines zu übernehmen, doch so einfach, wie das bisher ausgesehen hat, wird das dann doch nicht, wie das De Tijd-Gespräch mit Lufthansa-CEO Spohr unterstreicht.

Laut Spohr werde Brussels Airlines nicht verschwinden, doch eine weitgehende Integration der belgischen Fluggesellschaft in die Eurowings-Tochter der Lufthansa im Laufe des Jahres 2017 sei unvermeidlich. Brussels Airlines sei selbst für den eigenen Markt in Belgien zu klein: „Sowohl Brussels Airlines, als auch Eurowings werden danach anders aussehen.“

Belgien liebt Brussels Airlines

„Das ist die Win-Win-Situation, die wir versuchen werden, instand zu bringen. Und Brussels Airlines wird ein belgisches Element behalten. Das ist essentiell. Wir wären verrückt, wenn wir das nicht machen würden, denn die Belgier und ihr Flughafen lieben ihre Fluggesellschaft. So werden wir das afrikanische Netz, weswegen wir damals hier investiert haben, behalten und ausbauen.“

Doch ob der Markenname ‚Brussels Airlines‘ bestehen bleibt, ist noch unklar, wie der Lufthansa-CEO andeutet: „Wie ich schon sagte, wir werden sicher ein belgisches Element bei Brussels Airlines behalten. Anfänglich wollten wir den Namen sogar nicht abändern. Wir verändern ihn nur in Abstimmung mit dem belgischen Management und auch nur unter der Bedingung, dass wir eine bessere Marke finden.“

Drei ausschlaggebende Gründe

Carsten Spohr gab zu verstehen, man dürfe nicht vergessen, dass der Marktanteil von Brussels Airlines am Brussels Airport nur ein Drittel von dem betrage, den die Lufthansa in Frankfurt, den Swiss in Zürich und den Austrian in Wien habe. Swiss und Austrian gehören bekanntlich inzwischen auch zur LH-Holding.

Spohr fasste in De Tijd noch einmal zusammen, warum die Lufthansa so sehr an Brussels Airlines interessiert ist: der belgische Markt, das Afrikanische Liniennetz und die Kombination dieser beiden Elemente in einem spezifischen Hub, nämlich dem Standort des Brussels Airport in Zaventem.