Kosovarin Djellza darf vorerst hier bleiben

Die 16-jährige Kosovarin, die gemeinsam mit ihrem Vater abgeschoben werden sollte, darf vorerst in Belgien bleiben. Das Mädchen hat ausgesagt, dass keines ihrer beiden Elternteile mehr im Land sei. Dadurch ändert sich die Asylprozedur.

Sie wird nun als unbegleitete Minderjährige betrachtet und darf daher nicht abgeschoben werden. Ihr wird ein Vormund zur Seite gestellt. Gemeinsam will man eine "nachhaltige Lösung für das Mädchen" finden.

Das Mädchen aus Mechelen wohnt schon ihr ganzes Leben in Belgien, allerdings ohne Aufenthaltsgenehmigung. Der Asylantrag und mehrere Einbürgerungsversuche ihrer Eltern waren jedesmal abgelehnt worden. 

Die Familie hatte schließlich mehrere Aufforderungen, Belgien zu verlassen, ignoriert.

Anfang August wurde Djellza mit ihrem Vater festgenommen und in eine Einrichtung nach Zulte gebracht. Dort sollte sie bis zu ihrer Rückführung in den Kosovo bleiben. Einige Wochen später tauchten die beiden jedoch unter.

Obwohl der Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken (N-VA), damals zu verstehen gab, nicht an der Abschiebung rütteln zu können, darf das Mädchen nun doch vorerst in Belgien bleiben.

"Das Verfahren hat sich geändert", sagt der Sprecher. "Das Mädchen sagte aus, dass sie alleine hier sei. Dadurch wird sie wie eine unbegleitete Minderjährige behandelt."

Ob das Mädchen langfristig in unserem Land bleiben darf, ist allerdings weiterhin offen. Das Kabinett des Staatssekretärs betont auch noch, dass man "nicht zu 100 Prozent vom Wahrheitsgehalt der Aussage des Mädchens ausgehen" könne.