Polizei will, dass Öffentlichkeit ihre Sicht zu Paris-Anschlägen erfährt

Die belgische Polizei kritisiert die Tatsache, dass der geheime Abschlussbericht des Komitees P zu den Anschlägen von Paris an die Öffentlichkeit durchgesickert sei. Wenn man schon solche Informationen durchspiele, hätte man wenigstens auch die Antworten der Polizei mitgeben müssen, heißt es bei der Polizei.

Das Kontrollorgan der Polizeidienste hatte untersucht, was die Polizei über die Täter wusste. Die Täter der Attentate kamen vor allem aus Belgien.

Aus dem Abschlussbericht des Komitees P geht hervor, dass der Polizei im Vorfeld der Attentate mehrere Fehler unterlaufen seien und sie die Chance verpasst habe, spätere Attentäter zu entlarven. Das Komitee P wirft der Polizei zum Beispiel vor, dass diese zu wenig mit der Information über die Abdeslam-Brüder gemacht habe. So hatte die Polizei schon im Februar 2015 Informationen darüber, dass Salah Abdeslam mit mutmaßlichen Terroristen in Verbindung stand. Wegen Personalmangels konnte dieser Spur aber nicht weiter nachgegangen werden. 

Kürzlich hatte die Zeitung De Tijd Einsicht in den geheimen Bericht des Komitees P erhalten. Der Polizeisprecher Peter De Waele betonte in der VRT hierzu: "Ich werde nun nicht das gleiche wie die Person machen, die den Bericht durchgespielt hat. Das würde bedeuten, dass ich eine Diskussion dort führe, wo sie nicht hingehört. Die Dikussion wird im parlamentarischen Ausschuss geführt werden."

"Dort wollen wir antworten. Eigentlich ist es ein Skandal, dass ein geheimer Bericht durchgesickert ist, aber nicht unsere Antworten. Wenn man den Bericht schon öffentlich macht, sollte man auch den Mumm und die ethische Einstellung haben, die dazugehörigen Antworten, die wir gegeben haben, mit zu veröffentlichen."

Die Polizei wird in Kürze in der parlamentarischen Untersuchungskommission zu den Anschlägen auf den Bericht reagieren.