Wieder mehr "legale" Jobs in der Gastronomie

Die Zahl der Arbeitsverträge mit unbefristeter Laufzeit im belgischen Hotel- und Gaststättengewerbe ist in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um 2,2 % angestiegen. Auch die Zahl der „Flexi-Jobs“, der Berufsanfänger und der neuen Gastronomieunternehmen steigt wieder an. Diese Entwicklung wird auf die Einführung der sogenannten „Weißen Kassen“ zurückgeführt.

Mit diesen „Weißen Kassen“, die sowohl die Bestellungen der Kunden, als auch die Summe, die sie bezahlen registriert, will die belgische Bundesregierung der in der Gastronomie weit verbreiteten Schwarzarbeit Herr werden. Die „Weiße Kassen“ sind seit Jahresanfang Pflicht. Seit dem 1. Mai 2016 kontrollieren die Behörden, ob die Gastronomieunternehmen des Landes hier korrekt arbeiten. In Flandern und in der Region Brüssel-Hauptstadt liegen kaum Beanstandungen vor, in der Wallonie hingegen hinkt die Gastronomie noch etwas hinterher.

Offenbar sind die „Weißen Kassen“ ein Erfolg, denn dies belegen die entsprechenden Arbeitsmarktzahlen. Zwischen Anfang Januar und Ende März konnte der Sektor 2,2 % mehr feste Arbeitsstellen verbuchen. Belgiens Staatssekretär für den Kampf gegen Betrug, Philippe De Backer (Open VLD), zeigte sich erfreut darüber: „Wir vermuten, dass viel Schwarzarbeit dadurch in legale Jobs umgewandelt wurde.“

In den ersten drei Monaten des Jahres arbeiteten offiziell 126.004 Beschäftigte in Belgien im Gastronomiebereich. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren dies noch 123.334 und 2014 lag diese Zahl bei 120.902 Beschäftigten. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der sogenannten „Flexi-Jobs“ in der Gastronomie. Dieses System erlaubt Beschäftigten, die mindestens vier Tage pro Woche in diesem Sektor tätig sind, uneingeschränkt in der Gastronomie hinzuverdienen zu können. Davon machen rund 20.000 Beschäftigte in über 5.400 Gastronomieunternehmen Gebrauch.

Neue Arbeitgeber in der Gastronomie

Interessant ist auch, dass sich wieder mehr Menschen darauf einlassen, in der Gastronomie ein neues Unternehmen zu gründen.

Diese neuen Arbeitgeber profitieren von einigen „ermunternden“ Maßnahmen durch die belgische Bundesregierung, sprich von der Möglichkeit, alle Überstunden für Vollzeitbeschäftigte Brutto ausbezahlen zu können, von gekürzten Lohnnebenkosten und von einer Erhöhung der zugelassenen Überstundenzahl (siehe „Flexi-Jobs“).

Diese „Jungunternehmer“ wagen offenbar den Sprung in Richtung Selbständigkeit, weil sie von weniger unehrlicher Konkurrenz durch Schwarzarbeit ausgehen können.