IS rekrutiert Minderjährige auch in Belgien

Die Terrororganisation IS rekrutiert vermehrt minderjährige Jugendliche auch in Belgien. Die Angesprochenen sollen nicht nach Syrien reisen, um dort am Heiligen Krieg teilzunehmen, sondern im eigenen Land Anschläge verüben. Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel verfolgt derzeit etwa 10 Fälle.
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Die Bundesstaatsanwaltschaft in Brüssel ermittelt derzeit in rund 10 Fällen, in denen minderjährige Jugendliche von IS-Mitgliedern dazu angespornt werden, im eigenen Land Anschläge zu verüben. Die den Betroffenen soll es sich um Jugendliche handeln, die etwa 16 bis 17 Jahre alt sind. Darunter sind auch Mädchen.

IS spricht die Jugendlichen über soziale Medien an, z.B. über Telegram. Und immer wieder taucht ein Name in dieser Angelegenheit auf: Rachid Kassim. Der Franzose spricht Jugendliche von Syrien aus an. Er steckte z.B. hinter dem Mordanschlag auf einen Geistlichen in Nordfrankreich vor einigen Monaten. Hier waren die Täter junge Männer aus französischen Einwandererfamilien. Inzwischen ist es aber offenbar auch so, dass sich die Jugendlichen gegenseitig anwerben, um andere für ihre Sache zu gewinnen.

Dass es sich bei den angesprochenen Jugendlichen um Minderjährige handelt, macht die Sache ermittlungstechnisch kompliziert. Hier ist nicht die Bundesstaatsanwaltschaft zuständig, sondern das Jugendgericht. Doch offenbar haben verschiedene Jugendrichter bereits einige der so radikalisierten Jugendlichen in entsprechende geschlossene Einrichtungen eingewiesen.

Salah Abdeslam hat keinen Rechtsbeistand mehr

Inzwischen ist auch bekannt geworden, dass Salah Abdeslam (Foto), der am Attentat von Paris beteiligt war, keinen Anwalt mehr hat. Da sich der mutmaßliche islamistische Terrorist seit Monaten bei Verhören durch die französischen Ermittler in Stillschweigen hüllt und keine Erklärungen zu dem Attentat in Paris am 13. November 2015 abgeben will, zogen sich der französische Anwalt Frank Berton und sein belgischer Kollege Sven Mary zurück. Man könne nicht mehr zu ihm durchdringen, hieß es dazu. Er selbst gab an, keinen neuen Anwalt mehr haben zu wollen. Allah stehe ihm bei, so Salah Abdeslam.