OECD: Die Belgier sparen mehr als andere Europäer

Dass die Belgier gerne Geld auf die hohe Kante legen, ist an sich keine Neuigkeit, doch derzeit sind unsere Landsleute im Vergleich zu den meisten anderen europäischen Ländern in dieser Hinsicht Spitzenreiter. Dies belegt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, OECD.

Die OECD-Studie zum Sparverhalten der Europäer brachte zutage, dass 75 % der Belgier im Laufe der vergangenen zwölf Monate Geld auf ihre Sparkonten überwiesen haben. Der Mittelwert der von der OECD untersuchten europäischen Länder lag bei nur 59 %. Im August 2016 lagen mehr als 265 Mia. € auf den Sparbüchern der belgischen Sparer. Zudem gaben nur 6 % der dazu befragten Belgier an, Geld leihen oder Kredite aufnehmen zu müssen, um über die Runden zu kommen. In den 30 von der OECD untersuchten Ländern lag der Durchschnittswert in dieser Hinsicht bei 20 %.

Die OECD hält es für besonders alarmierend, dass immer weniger Zeitgenossen ihre finanzielle Situation langfristig im Auge behalten. Dieser Umstand sei in Zeiten einer immer ältere werdenden Bevölkerung in Europa sehr gefährlich. Nur etwa jeder Zweite Europäer nimmt entsprechende Planungen auf. Auch hier sind es die Belgier, die eine Vorreiterrolle einnehmen, denn hierzulande legen rund 62 % der Landsleute langfristige Finanzplanungen an.

Eine weitere Erkenntnis der OECD belegt, dass rund 60 % der Belgier vorgeben, eine fundierte Kenntnis zum Thema Finanzen zu haben. Im Durchschnitt der 30 untersuchten Länder betrifft dies nur knapp 56 % der Befragten. In diesem Bereich macht sich auch ein deutlicher Unterschied zwischen den Geschlechterunterschied bemerkbar: Während 68 % der Männer in Belgien angeben, über Finanzangelegenheiten Bescheid wissen, geben nur 52 % der Frauen in unserem Land entsprechende Fachkenntnis an.