Uni Löwen: Arbeitsrechtler Roger Blanpain verstorben

Der hochangesehene emeritierte Professor für Arbeitsrecht, Roger Blanpain (Foto), ist am Dienstagabend im Alter von 83 Jahren in der Universitätsklinik von Löwen (Prov. Flämisch-Brabant) gestorben. Dies gab die Universität jetzt bekannt. Blanpain war der Löwener Universität seit den 1960er Jahren sehr verbunden.

Roger Blanpain galt als maßgebende Koryphäe in Sachen Arbeitsrecht weit über das belgische Bundesland Flandern hinaus. Er trat mit Nachdruck für die Rechte der Arbeitnehmer auf, war gesellschaftlich sehr engagiert und als redegewandter Experte in den belgischen Medien sehr präsent.

Blanpain hatte noch bis zum Alter von 81 Jahren an der Katholischen Universität von Löwen und an der Tilbury University in den Niederlanden Unterricht gegeben. Seit den 1960er Jahren war er hier tätig, doch er galt auch im Ausland als Experte in Sachen Arbeitsrecht. So dozierte er in Deutschland (Trier, 1990-1991), in Frankreich, in Japan und auch in den USA.

Daneben war er zeitweise Dekan an der Löwener Uni, war er national und international im Bereich Sportrecht aktiv, arbeitete er als Kolumnist für Printmedien und schrieb er dutzende von Büchern und journalistische Arbeiten. Roger Blanpain trug mit seiner Arbeit nicht unwesentlich zur Modernisierung des Arbeitsrechts in Europa bei und vertrat dabei stets die Seite der Arbeitnehmer, seiner Ansicht nach die Schwächeren in diesem Bereich: "Wenn die Menschen keine Stimme mehr haben, dann erhebe ich die meine!"

Abgesehen von einer kurzen Aktivität bei der flämischen regionalistischen Partei Volksunie (aus der die national-demokratische Partei N-VA entstanden ist) Ende der 1980er Jahre, für die er im Senat (Zweite Kammer im belgischen Bundesparlament) saß, hielt er sich aus der großen Politik heraus, beeinflusste sie aber eben im Bereich Arbeitsrecht. So war Professor Blanpain nicht unwesentlich an der sozialen Gleichstellung von Arbeitern und Angestellten in Belgien beteiligt.