Flandern appelliert an Brüssel und Wallonien, CETA zu unterzeichnen

Der flämische Ministerpräsident Geert Bourgeois (Archivfoto) ruft die wallonische und Brüsseler Region dazu auf, ihren Widerstand gegen den EU-Kanada-Handelsvertrag aufzugeben.

Der Vertrag, der auch unter dem Namen CETA bekannt ist, soll den Handel zwischen der Europäischen Union und Kanada anregen. Alle EU-Mitgliedstaaten sollen dem Vertrag noch in diesem Monat zustimmen. Das Brüsseler und das wallonische Parlament stellen sich jedoch dagegen.

Der flämische Ministerpräsident, Geert Bourgeois, versteht das nicht. In der VRT sagte er: "Ich hoffe, dass sie zur Vernunft kommen. Für Brüssel finde ich das noch schlimmer. Wir, die Ministerpräsidenten, ziehen gemeinsam in die Welt, um Unternehmen dafür zu gewinnen, dass sie in unserem Land investieren und um für unseren Export zu werben und dann unterstützt man einen sehr sehr guten Vertrag mit Kanada."

"Doch man stellt erstaunt fest, dass innerhalb der EU Wallonien und Brüssel die einzigen zu sein scheinen, die sich dagegen stellen. Das ist nicht nur schlecht für uns, sondern auf diese Weise machen wir uns auch zum Gespött von Europa."

Bis auf die liberale MR, befürchten alle französischsprachigen Parteien, dass das Abkommen den Unternehmen zu viel Macht einräumt und dass die europäischen Sozial- und Umweltnormen damit untergraben werden könnten. Innerhalb der EU ist die Annahme von CETA auch in einigen Osteuropäischen Ländern noch unsicher.