Hälfte der Polizeianwärter fällt durch

Jeder zweite Polizeianwärter schafft die deutlich schwerer Abschlussklausur nicht. Bisher lag die Durchfallquote bei 5 bis 10 Prozent. Mitschuld an der höheren Durchfallquote ist die Tatsache, dass die Kandidaten alle Klausurabschnitte mindestens mit 12 auf 20 bestehen müssen.

Die Absolventen der belgischen Polizeischulen wurden Anfang Oktober geprüft. Früher genügte ein Resultat von insgesamt 60 Prozent. Seit diesem Jahr muss jeder Teilabschnitt der Klausur mit 60 Prozent bestanden werden und das hat Konsequenzen für die Durchfallquote. Nur die Hälfte der geprüften Polizeianwärter bestand.

Das neue Bewertungssystem hat zur Folgen, dass besonders sportliche Jungpolizisten mit ihren sportlichen Leistungen Defizite in anderen Fächern, wie etwa Verkehrsgesetzgebung, nicht mehr ausgleichen konnten.

In der Vergangenheit wurde wiederholt bemängelt, dass Absolventen der Polizeischulen ungenügend qualifiziert waren und nicht sofort eingesetzt werden konnten. Deshalb wurden höhere Maßstäbe bei der Ausbildung notwendig.

Polizeigewerkschaft NSPV befürchtet jetzt, dass die Ausbildungsreform zu noch größeren Personalengpässen führen kann. Im November bekommen die durchgefallenen Prüflinge aber eine zweite Chance, denn dann können sie die Klausur ein zweites Mal absolvieren.