Graphic Novels und Comics bei der Buchmesse

Dass Graphic Novels und Comics aus Flandern und aus den Niederlanden für eine gewisse Qualität und für ganz bestimmte Stile stehen, ist nicht nur in Fachkreisen hinlänglich bekannt. Entsprechende Ausstellungen im Rahmen der Frankfurter Buchmesse sind bereits angelaufen und dauern über diese Messe hinaus.

Unter den mit Sonderzügen aus Antwerpen und Amsterdam zur Frankfurter Buchmesse anreisenden Autoren sind auch Comiczeichner und Grafiker. Bereits am Montag eröffnet im Haus am Dom in Frankfurt eine Ausstellung unter dem Titel „SPRACHaufZEICHNUNG“, die visuelle Poesie, Comic und Graphic Novel aus Flandern und aus den Niederlanden vorstellt. Bis zum 5.11. wird hier eine große Bandbreite an Werken der wichtigsten und einflussreichsten Graphic Novel-Autoren und Illustratoren des Ehrengastes zu sehen sein.

Zur Eröffnung stellen Joost Swarte und Randall Caesar nicht nur die Ausstellung, sondern auch ihr Projekt „Parade“ vor: Im Atelier des Ehrengast-Pavillons wird jeden Tag in einer limitierten Auflage von 500 Exemplaren eine neue Ausgabe des gleichnamigen Magazins gezeichnet, getextet und gleich vor Ort produziert und kann anschließend für nur 5 Euro als begehrtes Sammlerobjekt erworben werden.

Wer die Macher in Aktion erleben möchte, sollte in den Tagen vom 19. bis 23.10. zwischen 10 und 17 Uhr dort vorbeischauen. Am 19.10. sind z.B. Ingrid Godon, Brecht Vandenbroucke, Thé Tjong-Khing und Gerda Dendooven anzutreffen, am 21.10. Benjamin Leroy, Herr Seele, Carll Cneut und Simon Spruyt.

Comic-Wettstreit und eine seltsame Blackbox

Ebenfalls im Ehrengast-Pavillon findet im Theater am 22.10. um 12 Uhr ein waschechter „Graphic Novel Battle“ statt: Illustratoren aus Flandern und den Niederlanden treten gegen ihre deutschen Kollegen an. Mit dabei: Herr Seele, Nix, Joost Swarte & Benjamin Leroy, Tobias Dahmen, Alexander von Knorre, Till Laßmann und Stephan Lomp. Das Publikum bestimmt das Thema und entscheidet über die Sieger. Eine weitere Runde wird am gleichen Tag um 16.00 Uhr in Halle 4.1 ausgetragen. Hier treten Joost Swarte, Randall Caesar, Mattias De Leeuw, Benjamin Leroy, Tobias Dahmen, Alexander von Knorre, Till Laßmann und Stephan Lomp in den Ring.

Die in Belgien populären Zwillinge Kinky & Cosy, in Brüssel ist sogar ein Platz nach ihnen benannt, sind eine Schöpfung des flämischen Comic-Künstlers Nix. Sie stehen Pate für Kinky & Cosy Experience, das die Besucher vom 19. bis 23.10. zwischen 9 und 18.30 Uhr auf der Agora des Messegeländes in einem Container erleben können. In einer „Blackbox“ vollzieht sich eine geheimnisvolle Gehirnwäsche... Neu erworbene Fähigkeiten können anschließend in einer „Trainingszone“ getestet werden.

Events in der Messehalle und auch in Frankfurt selbst

Eine Referenz an den Ehrengast 2017, Frankreich, ist das Programm „From one Guest of Honour to another“ am 21.10. um 16 Uhr auf der International Stage in Halle 5.1. Simon Spruyt (Flandern) und Nicolas Wild (Frankreich) sind beide in den 1970er Jahren geboren und gehören damit zur gleichen Generation von Comic-Autoren. Gibt es ein bestimmtes ästhetisches Programm, das mit der Herkunft zu tun hat?

Im Frankfurter Stadtgebiet wird im Rahmen von OPEN BOOKS ein Comic & Graphic Novel-Programm in der Heussenstamm Galerie einen Erfahrungsaustausch zwischen niederländische, flämischen und deutschen Illustratoren bieten. Am 20.10. um 20 Uhr sind dort „Songs & Singers“ zu erleben: Erik Kriek und Reinhard Kleist.

Eine wunderbare Gelegenheit, das flämische Unikum Herr Seele noch einmal in Aktion zu erleben, bietet das Programm „Kunst ist, was wir teilen“ am 23.10. um 15 Uhr im Städel Museum. Neben fünf weiteren Kollegen führt der bekannte Comic-Künstler, zugleich Experte für die Alten Meister, dort in ein Werk des „Meisters von Flémalle“ ein. Allen, die sich noch einmal grundsätzlich über dieses Genre informieren möchten, sei Teil 6 unserer mehrfach erwähnten Essay-Reihe empfohlen. Hier bietet der Experte Toon Horsten historische und aktuelle Einblicke in die Comic-Szenen Flanderns und der Niederlande.