Armee will gegen Rentenreform protestieren

Die vier Armeegewerkschaften haben angekündigt, gegen die geplante Anhebung des Renteneintrittsalters für Militärangehörige zu protestieren. Das erklärten sie nach einem Gespräch mit Verteidigungsminister Steven Vandeput (N-VA). Ein Sechzigjähriger, der mit 35 Kilo Gepäck auf der Straße für Sicherheit sorgen soll, ist nicht unbedingt einsatzfähig und das ist auch nicht selbstverständlich", so der liberale Gewerkschaftsbund VSOA.

Für die Mehrzahl der Soldaten beträgt das Renteneintrittsalter derzeit 56 Jahre. Die Regierung wird dieses ab 2018 auf 57 Jahre anheben. Danach sollen jedes Jahr sechs Monate hinzukommen, bis das Renteneintrittsalter 2030 63 Jahre erreicht.

Die Gewekschaften halten diesen Anstieg für zu stark. Beratungen mit Verteidigungsminister Steven Vandeput haben zu keinem Ergebnis geführt. Die Gewerkschaften drohen nun mit Protestaktionen gegen die Reformpläne der Regierung.

"Soldaten haben einen speziellen Beruf. Sie setzen sich für unsere Nation ein und riskieren dabei ihr Leben. Das ist einzigartig. Wir hoffen deshalb, dass die Regierung dies berücksichtigt. Wir haben aber derzeit noch nicht das Gefühl, dass der Verhandlungsspielraum groß ist", sagte Edwin Lauwereins von VSOA im VRT-Radio am Morgen.

"Wir sagen ja nicht, dass kein einziger 60-Jähriger mehr imstande ist, mit 35 Kilo Material auf der Straße zu patrouillieren, aber es wird schwierig. Und das Ziel der Verteidigung ist doch gerade die Einsatzfähigkeit."

Vandeput räumte zwar ein, dass Militärangehörige einen spezillen Beruf ausübten, dass jedoch jeder in unserer Gesellschaft länger arbeiten müsse. Es müsse möglich sein, ältere Soldaten in anderen Abteilungen einsetzen zu können.

Protest

Welche Aktionen die Armeegewerkschaften gegen die Rentenpläne unternehmen werden, ist noch nicht deutlich, denn Soldaten dürfen nicht streiken. Auch das Rentenalter von Zugführern soll angehoben werden. Die zuständige Gewerkschaft für Zugführer denkt ebenfalls über Aktionen nach. Sie dürfen in den Arbeitsausstand treten.