Innenminister schickt Verstärkung nach Calais

Belgiens Innenminister Jan Jambon schickt 120 zusätzliche Polizisten zur Verstärkung nach Westflandern. In der nordfranzösischen Hafenstadt Calais soll in Kürze das Flüchtlingslager vollständig geräumt werden. Dort leben derzeit noch tausende Menschen unter menschenunwürdigen Bedingungen, die immer wieder versuchen, über den Ärmelkanal nach Großbritannien zu gelangen.

Minister Jambon befürchtet, dass ein Teil von ihnen nach Belgien kommen könnte, um von hier aus nach Großbritannien überzusetzen.

Die zusätzlichen Polizisten haben den Auftrag, in der gesamten Provinz Westflandern Kontrollen durchzuführen, sagte Minister Jambon (kleines Archivfoto) in der VRT an diesem Donnerstag.

"Ein Teil der Menschen, die unter allen Umständen nach Großbritannien wollen, werden von Calais aus vielleicht in Richtung Westflandern flüchten. Wir müssen sie abfangen, registrieren und dann möglicherweise zurück nach Frankreich schicken, sollten sie hier keinen Asylantrag stellen."

Jambon sprach von rund 120 Polizisten, die er ab dem kommenden Montag für diesen Auftrag nach Westflandern entsenden will. "Sie werden nicht direkt an den Grenzkontrollen teilnehmen, sondern in der Region kontrollieren", so Jambon weiter.

"Wenn wir keine großen Grenzströme beobachten oder wenn sie nicht über die großen Fluchtwege kommen, werden wir tiefer ins Land schauen. Die Truppe wird ihre Funktion sehr mobil ausführen, so dass sie das 'Phänomen' aufspüren kann."