Calais: Flüchtlinge an der belgischen Grenze

Im Zuge der Räumung des Flüchtlingslagers von Calais, „Dschungel“ genannt, hat die belgische Polizei Verstärkung an die Grenze zwischen der Region um Calais und der Provinz Westflandern geschickt. Es gilt zu verhindern, dass jetzt Flüchtlinge via Belgien versuchen werden, nach Großbritannien zu gelangen.
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Rund 120 zusätzliche Polizisten wurden an die belgisch-französische Grenze beordert, doch nach einer Meldung unseres VRT-Korrespondenten vor Ort treten die Beamten nicht auffallend auf. An gleich mehreren Grenzübergängen blieb die belgische Polizei eher versteckt. Nur am Bahnhof von Adinkerke in Westflandern stand ein besetzter Polizeiwagen am frühen Montagmorgen sichtbar aufgestellt.

Die grenzüberschreitend verkehrenden Linien- und Nahverkehrsbusse sind inzwischen auffallend leer, denn hier überquerten vorher oft Flüchtlinge die Grenze. Doch es hat sich auch bei den Menschenschmugglern herumgesprochen, dass die Polizei diese Busse seit einigen Tagen im Auge behält.

Bis zum Montagmittag griffen belgische Polizisten in der Grenzregion rund 20 Personen auf, die möglicherweise aus Calais kamen. Sie wurden den Einwanderungsbehörden übergeben.

Die Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ meldet am Montag auf ihrer Webseite, dass rund 70 bis 75 Flüchtlinge aus dem „Dschungel“ von Paris am Nordbahnhof aufgekreuzt seien. Seit Mitte vergangener Woche tauchen offenbar dort illegal eingewanderte Flüchtlinge aus Calais auf, doch sie werden von den Sicherheitsbehörden dazu aufgefordert, den Bahnhof zu verlassen. Wo sie unterkommen, ist unklar. Zum nahegelegenen Ausländeramt begeben sie sich wohl nicht, wie mehrere lokale Medien in der Hauptstadt meldeten.

Die Behörden der Stadt und der Region Brüssel sind verärgert. Ihrer Meinung nach verhindere Bundesinnenminister Jan Jambon (N-VA) lediglich, dass sich Flüchtlinge aus Calais in der Küstenregion niederlassen, um von dort aus zu versuchen, auf die britischen Inseln zu gelangen. Dass Dutzende von ihnen aber versuchen, nach Brüssel zu kommen, bleibe auf belgischer Bundesebene unbeachtet.