Belgien weist Haßprediger aus

Belgien hat erstmals einen Hassprediger des Landes verwiesen. Der Rat für Ausländerkonflikte hat die Berufung des radikalen Imam El Alami Amaouch abgewiesen, schreibt die Zeitung Het Nieuwsblad. Der Imam rief unter anderem dazu auf, einem Dichter die Beine abzuhacken. Er darf nun 10 Jahre lang nicht mehr nach Belgien einreisen.
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Der Staatssekretär für Asyl und Migration, Theo Francken (N-VA), sagte in der VRT: "Ich denke, es ist das erste Mal in Europa, dass ein Hassprediger ausgewiesen wird, der nicht von einem Gericht verurteilt worden ist."

Der niederländisch-marokkanische Imam, El Alami Amaouch, alias Shay Alami Abu Hamza, war vor vier Jahren nach Dison bei Verviers (Ostbelgien) gezogen. Er hatte Haßpredigten ins Internet gestellt und unter anderem dazu aufgerufen, einem Dichter die Beine abzuhacken. Dem Geheimdienst zufolge verherrlichte er gar den Algerier Mohammed Merah, der vor vier Jahren in einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Erwachsenen tötete.

Der Staatssekretär für Asyl und Migration hat in den vergangenen eineinhalb Jahren verschiedene Male einen Königlichen Erlass unterzeichnet, um Amaouch auszuweisen, aber der Mann ging jedes Mal in Berufung dagegen. Am gestrigen Freitag lehnte der Rat für Ausländerkonflikte die Berufung definitiv ab.

Der Mann sei ein sehr radikaler Salafist, der viele junge Menschen aufgehetzt und "ihre Gehirne vergiftet" habe, sagte Staatssekretär Francken.

Die Jugendlichen seien danach auch nach Syrien zum Kampf aufgebrochen. Einige unter ihnen hätten Anschläge in Europa geplant. "Der Mann gehört nicht hierher. Nicht nach Europa, nicht nach Belgien", so Francken in der VRT. El Alami Amaouch hat jetzt 30 Tage Zeit, um Belgien zu verlassen. Folgt er dem Urteil nicht, wird er festgenommen und an die Niederlande ausgeliefert, weil er die niederländische Staatsangehörigkeit besitzt. Der Sohn von Amouch machte vergangenen Sommer noch Reden von sich, weil er in einer Videobotschaft zu Hass gegen Christen aufrief.

In Belgien wohnen noch vier weitere Haßprediger, die Francken ebenfalls ausweisen lassen will.