Preisunterschiede: Colruyt ist nicht gleich Colruyt!

Aus einer Stichprobe des VRT-Nachrichtenprogramms "De vrije markt" ("Der freie Markt") geht hervor, das ein Colruyt-Supermarkt in Sint-Truiden 11 Prozent billiger ist als ein Colruyt-Supermarkt in Zelzate. Colruyt gehört vielleicht zu den billigsten Supermärkten hierzulande, doch gibt es große Unterschiede zwischen den Regionen. Die Nachrichtenredaktion schickte Einkäufer in 8 Colruytgeschäfte in Flandern und kam zu einem überraschenden Ergebnis.

Colruyt sei noch immer der billigste Supermarkt, zeigt offenbar ein Ergebnis aus einem Preisvergleich Anfang der Woche, der von der Verbraucherorganisation Stiftung Warentest (Test-Aankoop) durchgeführt wurde. Doch wie sich auch herausstellte, ist ein Colruyt-Supermarkt in einer Gegend zum Beispiel bis zu 11 Prozent teurer als in einer anderen Gegend. Viel hängt dabei mit der Lage zusammen.

Mitarbeiter der VRT bekamen eine Einkaufsliste mit 32 Produkten vorgelegt: 17 Markenprodukten und 15 Produkten der Hausmarke. Sie gingen in 8 Colruyt-Spermärkte, um die Produkte auf der Liste einzukaufen und kamen zu einem überraschenden Ergebnis.

Konkurrenz

Colruyt wirbt mit einer Garantie des niedrigsten Preises. Wie kann es dann sein, dass man in dem einen Colruyt für das gleiche Produkt mehr bezahlen muss als in dem anderen Colruyt? Die Erklärung heißt einfach und kurz zusammengefaßt: Konkurrenz.

Für die Garantie des niedrigsten Preises haben ein Dutzend Mitarbeiter von Colruyt zehntausende Preise verglichen. Sie glichen dabei die Preise von Konkurrenten wie Delhaize, Carrefour, Albert Heijn...ab und das innerhalb der gleichen Region. Insbesondere letzterer fällt ins Gewicht. Colruyt-Preise in Antwerpen sind deshalb niedriger als in anderen Provinzen.

Ein Sprecher von Colruyt erklärte in der VRT: "In Antwerpen gibt es viele Albert Heijn-Geschäfte. Das erhöht den Druck auf uns, die Preise zu vergleichen und falls nötig abzuändern. Die Preise dort sind also niedriger als in anderen Colruyt-Supermärkten."

Dass Colruyt Albert Heijn als Beispiel nennt, ist kein Zufall. Die Supermarktkette aus den Niederlanden macht Colruyt große Konkurrenz und das drosselt die Preise.

Windel ist eben nicht gleich Windel

Die Preisunterschiede sind teilweise sehr auffällig. So kostete ein Karton Pampers im Cloruyt-Supermarkt in Sint-Truiden während der VRT-Stichproben 17,98 Euro. In Zelzate hingegen kostete der gleiche Karton Pampers 25,41 Euro.

Insgesamt betrug der Preisunterschied zwischen beiden gefüllten Einkaufswagen in Sint-Truiden (Limburg) und Zelzate (Ostflandern) 11 Prozent. Das VRT-Team bezahlte in Limburg 173,5 Euro und in Zelzate 193,18 Euro: Ein Unterschied von rund 20 Euro.

Zugegeben: Kein einziger Einwohner von Zelzate wird wohl nach Sint-Truiden fahren, um dort einkaufen zu gehen und damit rechnet Colruyt natürlich auch. Es ist einfach "das Gesetz des Marktes, das hier mit hineinspielt." Ist die Konkurrenz groß, hat der Kunde Glück und kann von niedrigen Preisen profitieren. Sind wenig andere Geschäfte in der Nähe, hat der Kunde Pech und bezahlt manchmal eindeutig mehr Geld für das gleiche Produkt als woanders.