Belgiens Regionen auf Wirtschaftsmission im Iran

Die 3 Regionen Belgiens, Flandern, Wallonien und Brüssel, sind erstmals ohne einen Minister der Zentralregierung auf Wirtschaftsmission. Sie sind derzeit im Iran (Archivfoto), einem Land, das erst seit kurzem, nach einem Abkommen mit den Amerikanern über das Atomprogramm, wieder Handel mit dem Westen betreibt.
AP2006

140 Unternehmen versuchen in dem Land am Persischen Golf, Business zu betreiben. Der Iran hat allerdings auf dem Gebiet der Menschenrechte noch große Probleme. Der flämische Ministerpräsident Geert Bourgeois antwortete auf eine Frage in diesem Zusammenhang: "Wenn wir als kleines Land sagen, wir betreiben keinen Handel mit allen nicht-demokratischen Ländern, dann wären wir ziemlich massochistisch. Dann würden wir uns abschotten."

Außerdem sei es auch so, dass wirtschaftiche Kontakte zu mehr Offenheit führten.

Die Delegationsreise unter Leitung von Bourgeois dauert von Samstag bis kommenden Dienstag. Unter den 140 belgischen Unternehmen sind 70 flämische, 40 wallonische und 30 aus Brüssel aus unterschiedlichen Sektoren.

Die Aufhebung eines Großteils der internationalen Sanktionen gegen den Iran stellt neue Aussichten auf eine Wiederbelebung des Exportes in den Iran.

Belgien hat schon immer gute wirtschaftliche Beziehungen zum Iran gepflegt. Die chemischen Betriebe, der pharmazeutische Sektor und die Hersteller von Webmaschinen waren dort gut vertreten. Lange Zeit bestand auch ein reger Containerverkehr zwischen dem Iran und den flämischen Häfen.

Vor der Einführung der Sanktionen vor 10 Jahren erreichten die Exportzahlen eine Milliarde Euro. Während der Zeit der Isolierung wurde der Abschluss von Handelsgeschäften zwar erschwert, doch die belgischen Unternehmen haben nie wirkliche den iranischen Boden verlassen. Letztes Jahr belief sich der Export Flanderns in den Iran noch auf 381 Millionen Euro.