Crowdfunding gegen die Vernichtung von Obst

Viele Tonnen Äpfel und Birnen aus Belgien gelten als Ernteüberschuss, weil sie durch den russischen Einfuhrboykott gegen die EU nicht exportiert werden können und keine anderen Käufer fanden. Unser Land darf dadurch laut EU über 25 Millionen Kilogramm dieser Obstsorten aus dem Markt nehmen und der Vernichtung oder lebensmittelfremder Verwendung zuführen. Dies allerdings stößt auf erheblichen Widerstand. Juice for Change lancierte jetzt ein Crowdfunding, um Teile dieses Obstes zu retten und um Saft daraus zu pressen.

Arthur Mombaerts, ein flämischer Obstbauer, erklärt gegenüber der Internetseite von Vilt, dem Flämischen Infozentrum für Landwirtschaft und Gartenbau, wie Juice for Change zum Beispiel seine Kosten decken will: „Der heutige Marktpreis für ein Kilo Saftäpfel ist mit 7 Eurocent nicht kostendeckend. Juice for Change kauft meine Äpfel für 31 Eurocent. Damit sind meine Kosten gedeckt.“

Die Initiative, die unter anderem von Vilt in Flandern unterstützt wird, will über Crowdfunding 7.000 Kilo Äpfel von Mombaerts erwerben (oder retten, wenn man will) und zu Saft verarbeiten lassen.

Das mag nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein, denn insgesamt darf Belgien 25,7 Mio. Kilogramm Hartfrüchte (rund 4 % der belgischen Produktionsmenge), also Äpfel und Birnen, vom Markt nehmen. Dieses Obst hat durch den Russland-Boykott keinen Käufer gefunden (neue Märkte konnten nicht ausreichend angegangen werden) und wird höchstens noch als Tierfutter, Biomasse oder Miststoff Verwendung finden. Ein Teil davon wird allerdings auch zur Lebensmittelhilfe abgezweigt. Doch vieles davon wird wohl oder übel vernichtet oder aus der Lebensmittelkette entfernt.

Juice for Change wird in diesen Tagen 5 Liter Apfelsaft für 12,5 € aus der bei Obstbauer Arthur Mombaerts via Apfelkäufen über Crowdfunding erworbenen Menge an Äpfeln verkaufen. Juice for Change ist eine Initiative des internationalen Netzwerks „Food Surplus Entrepreneurs Network“.