Die belgische Bahn baut mehr Stellen ab als geplant

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB plant den Abbau von mehr Arbeitsplätzen als ursprünglich vorgesehen, wie aus dem aktuellen Unternehmensplan ersichtlich ist. Nach Meldungen der belgischen Wirtschaftsblätter De Tijd und L’Echo will die Bahn ab 2020 mit nur noch rund 17.000 Ganztagsstellen auskommen.

Die belgische Bahngesellschaft will ab 2020 mit 16.955 Vollzeitstellen auskommen. Das sind rund 300 Arbeitsplätze weniger, als mit den Gewerkschaften im vergangenen Jahr vereinbart.

Im letzten Unternehmensplan im Dezember 2015 war zu sehen, dass die NMBS/SNCB ab Anfang 2020 mit 17.241 Vollzeitäquivalenten arbeiten wollte. Der aktuelle Plan sieht aber etwas niedrigere Zahlen vor. Innerhalb von nur drei Jahren geht der Personalbestand bei der Bahn im Vergleich zu 2014 um rund ein Fünftel zurück.

Aktuell arbeiten bei der belgischen Bahn rund 18.600 Beschäftigte. Mit den Transportgewerkschaften wurde vereinbart, bis 2018 leicht abzubauen, um danach mit 18.392 Mitarbeitern weiterzumachen. Mehr zu streichende Stellen bis 2018 wollten die Gewerkschaften nicht akzeptieren.

NMBS-Marketingleiter Bart De Groote gab an, man wolle in erster Linie Personal im Schalterbereich abbauen, denn immer mehr Fahrscheine würden heute online oder am Fahrkartenautomaten gelöst.

Die NMBS plant auch, den eigenen Schuldenstand bis 2018 auf 3,2 Mia. € stabilisieren zu können. Und die heftig umstrittenen Fahrpreiserhöhungen zu Stoßzeiten bei günstigeren Tarifen in verkehrsschwachen Tagesrandzeiten sind ebenfalls noch nicht vom Tisch.