Oettinger entschuldigt sich bei den Wallonen

EU-Kommissar Günther Oettinger (Foto) hat sich in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung für die herablassenden Aussagen gegenüber den Wallonen im Zusammenhang mit den CETA-Verhandlungen entschuldigt. Er habe „frei von der Leber“ gesprochen, so Oettinger. Gleichzeitig entschuldigte sich der deutsche EU-Kommissar für digitale Wirtschaft und Gesellschaft auch bei den Chinesen, die er ebenfalls beleidigt hatte.

In der vergangenen Woche hatte sich EU-Kommissar Günther Oettinger beim Europatag des Hamburger Arbeitgeberverbandes AGA herablassend über die Wallonen und über die Chinesen geäußert. Seit dem stand der süddeutsche Christdemokrat unter Beschuss und zwar nicht nur aus den beleidigten Ländern und Regionen, sondern auch aus dem eigenen Land. Die Chinesen nannte er u.a. „Schlitzaugen“.

Auch gegen das belgische Bundesland Wallonien holte er aus und zwar im Zusammenhang mit der zeitweiligen Weigerung von dort her, den Freihandelsvertrag CETA zwischen der EU und Kanada zu unterzeichnen. Bei Oettinger handelte es sich damit bei der Wallonie um „eine Mikroregion, die von Kommunisten geführt ganz Europa blockieren.“

Doch jetzt entschuldigt sich Oettinger in einer in Brüssel am Donnerstag erschienen Mitteilung, oder, besser gesagt, er nuanciert: „Ich bedauere, dass einige meiner Aussagen über Wallonien falsch zitiert wurden.“ Die Wallonie ist laut Günther Oettinger „nicht nur historisch eine wichtige europäische Region. Diese Gemeinschaft trägt auch aktiv zur kulturellen und politischen Vielfalt in Europa bei. Angesichts der Tatsache, dass auch ich aus einem Bundesstaat komme, nehme ich die Regionen und ihre Standpunkte sehr ernst.“

Er habe lediglich in seiner frei und ohne Vorlage gehaltenen Ansprache in Hamburg anhand einiger Beispiele erklären wollen, dass man Wettbewerb nicht gewinnen könne, in dem man das Pensionsalter senke oder die Renten erhöhe. Er habe die richtigen Prioritäten anhand einiger Beispiele verdeutlichen wollen, wofür er sich jetzt entschuldige.