Nordsee: Historische Schiffswracks geschützt

Belgien stellt fünf weitere Schiffswracks vor der Nordseeküste unter Denkmalschutz. Philippe De Backer (Open VLD), Staatssekretär für die Belange der Nordsee, erhöht damit die Zahl der zum Kulturerbe gehörenden historischen Schiffswracks auf acht. Eines dieser Wracks ist ein deutsches U-Boot aus dem Ersten Weltkrieg.

Die Liste der durch die belgischen Behörden unter Denkmalschutz gestellten historischen Schiffswracks, die in belgischem Hoheitsgebiet vor der Nordseeküste liegen, ist um fünf Wracks auf jetzt acht Schiffe erhöht worden. Die jetzt hinzugefügten Wracks liegen im Gebiet der sogenannten Sandbank „Buiten Ratel“ vor der hiesigen Küste, ein maritimes Gebiet, dass seht gut erhalten ist.

Dabei handelt es sich um ein vermutlich niederländisches Segelschiff, dass 1741 dort gesunken ist und auch um das niederländische Handelsschiff „t‘ Vliegend Hart“, dass sechs Jahre zuvor sank. Das dritte jetzt geschützte Wrack ist das der „SS Kilmore“, ein britischer Frachter, der im Jahr 1906 vor der belgischen Küste gesunken war. Dieses Wrack zieht offenbar viel maritime Flora und Fauna an.

Daneben gehört auch jetzt das deutsche U-Boot „U-11“ zum maritimen Kulturerbe in Belgien. Die „U-11“ war 1914 gekentert, wobei alle Besatzungsmitglieder ums Leben kamen. Auch das fünfte jetzt geschützte Schiffswrack hat mit dem Ersten Weltkrieg zu tun. Dabei handelt es sich um die britische „HMS Brilliant“ (kl. Foto), die beim ersten Angriff auf den Hafen von Ostende 1918 kurz vor dem Ende des „Großen Krieges“ versenkt wurde.

Vor etwa zwei Jahren wurden die ersten drei Wracks von Belgien unter Denkmalschutz gestellt. Das waren das britische Kriegsschiff „HMS Wakefull“, das Leuchtschiff „Westhinder“ und ein hölzernes Schiffswrack vor Ostende. Insgesamt liegen vor der belgischen Nordseeküste etwa 280 registrierte Schiffswracks. Die meisten von ihnen sanken oder wurden während des Zweiten Weltkriegs versenkt.

Das belgische „Wrackgesetz“

Im November 2013 verabschiedete die belgische Bundesregierung das sogenannte „Wrackgesetz“, dass die Unterschutzstellung von maritimem Kulturerbe ermöglicht. Das Gesetz schreibt vor, dass alle in belgischen Gewässern entdeckten Schiffswracks dem Gouverneur der für dieses Gebiet in der Nordsee zuständigen Provinz Westflandern gemeldet werden müssen. Dieser lässt dann untersuchen, ob ein solches Wrack tatsächlich schützenswert ist.

Die zum belgischen Kulturerbe gezählten historischen oder anderweitig wertvollen Wracks bleiben vor Ort und werden nicht gehoben. Sie bleiben auch für Taucher zugänglich, doch sie dürfen nicht in ihrer Substanz verändert werden. Dies schließt auch ein Anker-, Fischfang- und Baggerverbot ein. Die Wracks werden zudem allen Seekarten zugefügt.