Comiczeichner Marc Sleen gestorben

Der belgische Comiczeichner Marc Sleen ist im Alter von 93 Jahren an seinem Wohnort in Hoeilaart (Provinz Flämisch-Brabant) gestorben. Sleen war vor allem für seine Nero-Comics bekannt.

Marc Sleen wurde am 30. Dezember 1922 als Marcel Honoree Nestor Neels in Gentbrügge geboren. Als er nach dem 2. Weltkrieg Hauszeichner bei De Nieuwe Standaard wurde, legte er sich einen Künstlernamen zu. Er zeichnete alles, von Gerichtsskizzen und allgemeinen Illustrationen über Landkarten und Grafiken bis hin zu politischen Karikaturen.

Doch seinen Durchbruch hatte der Comiczeichner mit witzigen Comics, jeweils von der Größes einer Seite, darunter Piet Fluwijn und Bolleke und die lustigen Schelme in der Zeitung Het Volk. Ab 1965 konzentrierte er sich in den Zeitungen Het Nieuwsblad und De Standaard ganz auf Nero, den wohlmeindenden, arglosen Rebellen. 217 Nero-Alben sind erschienen. Zwischen 1993 und 2002 zeichnete sein Mitarbeiter Dirk Stallaert die Geschichten, die sich Marc Sleen jedoch noch immer ausdachte.

Sleen verarbeitete aktuelle Geschehen, von der Suez-Krise und dem ungarischen Aufstand bis hin zum Egmontpakt und ökologischen Fragen. Sein Stil blieb stets direkt und einfach, bisweilen, gewollt oder ungewollt, unordentlich. Vielleicht ist sein Erfolg deshalb nicht bis in die Niederlande "durchgedrungen".

Doch sein Einfluss auf Kamagurka, Willy Linthout, Merho und andere steht wohl außer Frage. Ab 1962 reiste Marc Sleen jedes Jahr nach Ostafrika und drehte Safari-Reportagen, allesamt Tiere für die BRT. 2009 bekam er ein eigenes Museum in Brüssel.

BELGA/DIRKX