Wird es zur Fusion zwischen Bpost und PostNL kommen?

Die belgische Post Bpost ist bereit, zweieinhalb Milliarden Euro auf den Tisch zu legen, damit sie ihr niederländisches Pendant PostNL übernehmen kann. Das geht aus einem neuen Übernahmeangebot von Bpost hervor. Bereits im Mai hatten die Belgier PostNL ein Angebot unterbreitet, aber die Niederländer sind nicht auf das Angebot eingegangen.

Offiziell handelt es sich um eine Fusion "unter Gleichen". Doch schaut man sich das Verhältnis in diesem möglicherweise neuen Fusionsunternehmen an, stellt man fest, dass Bpost eindeutig vorherrschend wäre. Die Aktionäre von PostNL würden nur ein Fünftel des Unternehmens ausmachen. Und das wäre auch nur zu logisch, denn der Börsenwert von Bpost ist viel größer als der von PostNL. Andererseits verzeichnen die Niederländer einen größeren Umsatz als die Belgier.

Der zuständige liberale Minister Alexander De Croo ist mit dem Angebot jedenfalls sehr zufrieden. Im VRT-Radio sagte er an diesem Montagmorgen: "Es ist das erste Mal in unserem Land, dass ein staatliches Unternehmen seine eigene Zukunft in die Hände nimmt und nicht einfach dem Ausland zum Verkauf angeboten wird wie das in der Vergangenheit zu häufig der Fall war."

"In einer Welt, die immer mehr der Globalisierung folgt, in der elektronischer Handel und Digitalisierung eine stets wichtigere Rolle spielt, wäre das gut für die Schaffung von Arbeitsplätzen in beiden Ländern."

Die Belgier rechnen bei dem Deal mit rund 3.200 neuen Arbeitsplätzen.

Wie reagiert die Niederlande?

Das Unternehmen Post NL selbst läßt sich offenbar noch nicht in die Karten schauen. In einer Mitteilung lässt das Unternehmen wissen, dass es das Angebot zur Kenntnis genommen habe und es weiter untersuchen werde. Doch der niederländische Wirtschaftsminister kann sich mit dem Angebot eher nicht anfreunden.

Seiner Ansicht nach wäre der Deal für die Niederländer ein Schritt zurück, da PostNL bereits vollständig privatisiert sei und sich jetzt mit einem Unternehmen zusammenschließen müsste, das noch zum Großteil in den Händen des Staates sei.