DG soll Rest Belgiens von Schließung der Problemreaktoren überzeugen

In einer abgeänderten Resolution hat das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft die unverzügliche Schließung von Tihange 2 und Doel 3 gefordert, da die 100-prozentige Sicherheit der Reaktorbehälter sowie der Anlagen nicht gewährleistet sei.

Alle Parteien im Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft haben die Resolution unterzeichnet. Sie fordern, dass die Atomreaktoren Doel 3 und Tihange 2, die schon seit Monaten mit Problemen kämpfen, stillgelegt werden.

So könne man sicher sein, dass die beiden Reaktoren keine Problem für die Sicherheit seien und sie könnten durch ein unabhängiges Organ kontrolliert werden.

Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft soll nun die Regierungen und Parlamente des Föderalstaates sowie der Wallonischen Region, der Region Brüssel-Hauptstadt, der Flämischen Gemeinschaft und der Französischen Gemeinschaft über die Position der Deutschsprachigen Gemeinschaft informieren und sie von ihrere Position überzeugen.

Bereits 2013 und im März dieses Jahres hatte das Parlament der Deutschsprachigen Gemeinschaft Resolutionen zur Schließung der beiden Reaktoren verabschiedet.

Auch Druck aus Deutschland

Das Thema Sicherheit der Problemreaktoren ist ein viel besprochenes Thema in der Gegend der deutschsprachigen Belgier. Die Besrognis ist groß und wird vor allem mit der Nachbarregion in Deutschland geteilt.

So wird zum Beispiel von der StädteRegion Aachen, ein Gemeindeverband aus zahlreichen Städten und Gemeinden, darunter auch Aachen, mächtig Druck auf Belgien ausgeübt. Von Großdemonstrationen bis hin zu Klagen sollen Zeichen gesetzt werden, nach dem Motto: "Wir geben erst Ruhe, wenn die gefährlichen Atommeiler abgeschaltet sind.“

So haben beispielsweise noch Anfang November 90 Städte und Gemeinden aus Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg eine Klage vorbereitet, in der sie die Abschaltung des Pannenreaktors Tihange 2 im gleichnamigen Kernkraftwerk bei Lüttich fordern.

Und als Erstes rennen die deutschen Gemeinden offene Türen in Ostbelgien ein. Die Regierung dort soll nun also den Rest Belgiens von der Gefahr, die von den Problemreaktoren ausgeht, überzeugen und zur Stillegung der Reaktoren überreden.