Wirtschaft und Börse reagieren auf Trump-Sieg

Auch die belgische Wirtschaft und nicht zuletzt auch die Brüsseler Börse reagieren auf den eigentlich nicht erwarteten Wahlsieg des umstrittenen Republikaners Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen. Hier macht sich nun große Sorge breit, denn auf einen effektiven Wahlsieg Trumps hat sich wohl keiner so richtig vorbereitet.

Der belgische Volkswirt Peter Praet, Direktionsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), hat dazu aufgerufen, ruhig zu bleiben: „Wir müssen ruhig bleiben, ruhiger als die Märkte.“ Der überraschende Wahlsieg Trumps hat sofort für Hektik an den internationalen Märkten gesorgt. EZB-Chefvolkswirt Praet reagierte am Mittwochmorgen am Rande einer Konferenz in den Gebäuden der Belgischen Nationalbank in Brüssel.

Der Handel an der Brüsseler Bel 20-Börse Euronext eröffnete am Mittwochmorgen fast 3 % niedriger als am Vortag, nach dem der Wahlsieg von Donald Trump in den USA deutlich wurde. Von den 20 Werten im Brüsseler Star-Index standen 19 sofort mit roten Zahlen da. In Paris und Amsterdam sah der Handelsstart am Mittwoch ähnlich aus.

Unsichere Unternehmer...

Der Arbeitgeberverband VOKA befürchtet, dass der Wahlsieg Trumps in den USA weltweit für Unsicherheit und Kopfschmerzen in der Wirtschaft bringen wird. Trump hatte während seines Wahlkampf wiederholt angedeutet, bestehende Handelsverträge in Frage zu stellen und an protektionistischen Sprüchen habe es auch nicht gemangelt, so VOKA-CEO Hans Maertens gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion:

„Unsicherheit und Unruhe ist etwas, was Unternehmer fürchten, wie der Teufel das Weihwasser. Und genau das höre ich heute. Das bedeutet, dass Investitionen aufgeschoben werden, dass man Geschäfte aussetzt und dass man den Business in Frage stellt. Das wird in den USA passieren und auch heute in Europa. Aber, alles wird sich auch wieder einrenken.“

Auch Fragen bezüglich der Klimapolitik

Zwar haben auch die USA den Klimavertrag von Paris ratifiziert, doch der zukünftige US-Präsident Donald Trump hatte während des Wahlkampfs angedeutet, dass er nicht an die negative Rolle der Menschen im Klimawandel glaube. Hans Bruyninckx, der belgische Direktor der Europäischen Umweltagentur, ist zutiefst beunruhigt über die zukünftige amerikanische Umweltpolitik, wie er gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion angab:

„Ich glaube, dass jeder, der mit dem internationalen, europäischen oder nationalen Kontext der Klimapolitik beunruhigt ist, denn einer der beiden größten CO2-Sünder der Welt wird wahrscheinlich in eine ganz andere Richtung gehen. Donald Trump hat sich während des Wahlkampfs deutlich als Klima-Skeptiker erwiesen. Er hält die gesamte Wissenschaft für einen Schwindel und ich vermute, dass er den eingeschlagenen Weg sehr schnell verlassen wird.“