"TTIP ist tot, Handel zwischen Belgien und USA lebt"

Sowohl der liberale Europaabegeordnete, Guy Verhofstadt, als auch der ehemalige EU-Handelskommissar Karel De Gucht stehen der Zukunft des umstrittenen Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP) zwischen Europa und den Vereinigten Staaten nach dem Wahlausgang in den USA pessimistisch gegenüber. Beide liberale Politiker sind der Ansicht, dass nun die Chancen für einen erfolgreichen Abschluss von TTIP gegen null tendierten. Auch Pieter De Crem (Archivfoto) ist dieser Ansicht, doch sieht er beim Handel zwischen Belgien und den USA, trotz des neuen Präsidenten Trump, keine Probleme.

Karel De Gucht sagte in der VRT hierzu: "Ich denke, TTIP ist tot. Das ist eindeutig. Trump hat die Wahlen mit einem ausgesprochenen protektionistischen Programm gewonnen und er ist nicht der Mann, der das politische Kapital investieren wird, um ein Abkommen wie TTIP abzuschließen."

Trump hatte im Wahlkampf nicht nur TTIP, sondern alle Freihandelsverträge der Vereinigten Staaten scharf kritisiert und neue Zölle, Subventionen für die heimische Wirtschaft und einen abgeschotteten Binnenmarkt angekündigt.

Handel zwischen Belgien und USA wohl kaum gefährdet

Auch der Staatssekretär für Handel, Pieter De Crem (großes Archivfoto), ist der Ansicht, dass Trumps Wahlsieg zur Abkühlung von TTIP führen werde. Doch die transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen beim Handel zwischen Belgien und den Vereinigten Staaten scheinen gar nicht so düster auszusehen. Dieser Ansicht ist zumindest De Crem. Er rechnet, trotz der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten dort, künftig mit keinen Handelsproblemen.

Der Export Belgiens in die USA betrug letztes Jahr 25 Milliarden Euro. Hierzu zählten auch belgische Investition und das sei genau Trumps Absicht, sagte De Crem in der VRT. Wir sind also mehr als je zuvor Partner, so De Crem weiter. "Wir sind Partner von Trump. Ich sehe eigentlich nur, dass weitere Verbesserungen möglich sind", sagte er in der Frühsendung des VRT-Radios "Radio 1".

"Wir sind zum Beispiel der zehntwichtigste Handelspartner der Vereinigten Staaten. Wir sind ein größerer Partner als Russland, Spanien und Australien."

Ferner führte er aus: "Eigentlich denke ich nicht, dass sich viel verändern wird. Wir beschäftigen zudem zahlreiche Menschen in den Vereinigten Staaten. Ungefähr 150.000 Amerikaner werden dort in belgischen Unternehmen beschäftigt."