Bisher unbekanntes Ensor-Werk entdeckt

In Ostende ist ein bisher unbekanntes Werk des Malers James Ensor aufgetaucht. Das Gemälde trägt den Titel "Squelette arrêtant masques“ (Foto) und ist seit Jahrzehnten in Privatbesitz. Doch die Besitzerfamilie lässt das Gemälde des berühmten Künstlers aus Ostende jetzt versteigern. Nach Untersuchungen des Ensor-Komitees handelt es sich bei dem Bild um einen „echten“ Ensor.

"Squelette arrêtant masques" ist 1891 entstanden und damit zu einer Zeit, in der James Ensor besonders produktiv war. Ab und zu wurde von der Existenz des Werks berichtet, doch niemand aus der Kunstszene bekam es jemals zu sehen.

Das Gemälde, ein Ölbild auf Leinwand mit einer Größe von 33 cm X 55 cm, war jahrelang im Besitz der Familie Serruys, eine angesehene Familie aus Ostende. Der langjährige Bürgermeister von Ostende, Henri Serruys, stammt aus dieser Familie. Die Familie soll das Werk von James Ensor selbst erhalten haben.

Das Gemälde "Squelette arrêtant masques" zeigt eine maskierte Person, die von zwei Gerippen in Uniform - ein Polizist und ein Soldat, umringt wird. Die Tatsache, dass auf diesem Werk sowohl Masken, als auch Skelette auf einmal zu sehen sind - zwei immer wiederkehrende Motive des Malers, macht das Gemälde für Ensor-Kenner so besonders.

Ensor-Fachmann Xavier Tricot zeigte sich gegenüber der Kulturredaktion der flämischen Tageszeitung De Standaard denn auch begeistert von diesem Bild, das von Sachverständigen als "echter" Ensor benannt wurde.

"Squelette arrêtant masques" wird in den kommenden Tagen in Brüssel vom Auktionshaus Sotheby’s ausgestellt und soll am 7. Dezember in Paris versteigert werden. Der Wert dieses bisher unentdeckt gebliebenen Gemäldes wird auf eine bis anderthalb Millionen Euro geschätzt.