Fiskus überprüft tausende Konten in Luxemburg

Die belgische Steuerfahndung untersucht derzeit die luxemburgischen Konten von rund 49.000 Landsleuten. Der Fiskus erhielt unlängst von den deutschen Behörden Angaben zu Belgiern, die in Luxemburg Konten unterhalten und ermittelt nun, ob es sich dabei auch um Steuerhinterziehung handelt. Diese aus Deutschland stammenden Daten sind der größte Hinweis auf Steuerhinterziehung, über den Belgien je verfügen konnte.

Bei den vorliegenden Daten handelt es sich um Angaben, die den deutschen Finanzbehörden im Zuge von Ermittlungen zu Steuerhinterziehung zugespielt wurden. Die deutschen Steuerfahnder gaben die Belgier betreffenden Daten an ihre belgischen Kollegen weiter.

Auf dem Datenspeicher sind die Namen und Adressen von rund 49.000 Belgien abgespeichert, die in Luxemburg Konten unterhalten. Das betrifft ein Vielfaches der Daten, die den belgischen Steuerbehörden z.B. bei den Panama Papers oder den SwissLeaks zugespielt wurden.

Bundesfinanzminister Johan Van Overtveldt (N-VA) sagte dazu, dass diese Daten derzeit analysiert würden. Falls sich herausstellt, dass diese Konteninhaber ihre Guthaben in Luxemburg nicht den belgischen Steuerbehörden gemeldet haben, drohen Verfahren, die empfindliche Bußgelder zufolge haben können.

Das belgische Finanzministerium behält sich vor, in solchen Fällen Strafanzeige zu erstatten und wird die entsprechenden Daten der Staatsanwaltschaft zukommen lassen. Belgien erhielt diese Daten am 30. September von den deutschen Behörden. Der entsprechende Datenspeicher, der auch die Kontonummern und die Angaben von Belgiern enthält, wurde übrigens der luxemburgischen Staatsbank Banque et Caisse d'Épargne de l'État (BCEE) gestohlen.