Abaaoud kannte Thalys-Attentäter El Khazzani

Einer Studie zu den IS-Attentaten in Paris und Brüssel des französischen Zentrums für Terroranalyse (Centre d'analyse du terrorisme), CAT, ist zu entnehmen, dass sich der mutmaßliche Koordinator der Anschläge, Abdelhamid Abaaoud, und der verhinderte Thalys-Attentäter, Ayoub El Khazzani (Foto), gekannt haben. Offenbar haben sich die beiden vorher in Ungarn getroffen.

Nach Recherchen des CAT haben sich Abdelhamid Abaaoud und Ayoub El Khazzani vor der Anschlagsreihe in einem Hotel in Budapest getroffen. Danach seien sie, jeder alleine, nach Österreich in die Hauptstadt Wien gefahren. Der eine mit dem Auto und der andere mit dem Zug.

El Khazzani hatte am 21. August 2015 versucht, in einem Thalys auf dem Weg zwischen Amsterdam und Paris ein Massaker zu verüben. Doch bevor er seinen mitgeführten Waffenvorrat nutzen konnte, wurde er von im Zug mitreisenden US-Soldaten überwältigt. Der Terrorist, den die französische Polizei verhaften konnte, war in Brüssel zugestiegen.

Dass sich die beiden mutmaßlichen IS-Terroristen kannten, unterstreicht einmal mehr, dass es Abaaoud gelungen war, ein Belgien und Frankreich umspannendes Terrornetzwerk aufzubauen. Nach Ansicht von CAT-Direktor Jean-Charles Brisard hatte Abaaoud nach der Aufdeckung der Terrorzelle von Verviers (Provinz Lüttich) durch die belgische Polizei wohl beschlossen, selbst nach Europa zu kommen, um vor Ort die geplanten Anschläge in Paris vor genau einem Jahr zu koordinieren.

Die Ergebnisse der vorliegenden CAT-Studie wurden jetzt in der französischen Tageszeitung Le Monde und im US-Magazin Sentinel veröffentlicht. Doch schon im Vorfeld davon vermuteten Medien in Belgien und Frankreich, dass sich Abaaoud und El Khazzani gekannt haben müssen. Auch das Centre d'analyse du terrorisme bestätigte, dass Salah Abdeslam, ein Jugendfreund von Abaaoud, bis zu 10 Pariser und Brüsseler IS-Attentäter von Griechenland aus per Mietwagen nach Belgien brachte.