Britischer Bomber in Glabbeek: Opfer geborgen

Seit Freitagmorgen wird an der Pamelenstraat in Bunsbeek, einer Teilgemeinde von Glabbeek in der Provinz Flämisch-Brabant, an der Ausgrabung eines im März 1945 dort abgestürzten britischen Lancaster-Bombers (Archivfoto) gearbeitet. Kurz nach Beginn der Arbeiten konnte die Leiche eines ersten Besatzungsmitglieds geborgen werden.

Den Beginn der Bergungsarbeiten an dem Lancaster-Bomber der British Air Force beobachteten die Botschafter Großbritanniens und Australiens und auch Nachkommen von drei der sieben bei dem Absturz ums Leben gekommenen Crew-Mitglieder.

Bei dem ersten geborgenen Opfer handelt es sich um den damals 20 Jahre alten Bordschützen Christopher Hogg, der sich zum Zeitpunkt des Absturzes im Heck der Lancaster befand. Seine sterblichen Überreste wurden in einen Sarg gelegt, der mit der britischen Flagge Union Jack bedeckt wurde. Mitglieder der Honor Guard des Britischen Commonwealth erwiesen Hogg und dessen anwesenden Nachkommen in einer kleinen Zeremonie ihren Respekt.

Glabbeeks Bürgermeister Peter Reekmans (Dorfpartei - kl. Foto) sagte dazu gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad, dass man nun auf die Bergung des Rumpfs der Maschine warte. Hier sollen vermutlich vier weitere Leichen von Besatzungsmitgliedern zu finden sein.

Die Maschine, eine Lancaster, war am 5. März 1945 in einer Formation von 170 Bombern der Royal Air Force auf dem Weg zu einem Bombenangriff auf die deutsche Ruhegebietsstadt Gelsenkirchen, wo unter anderem eine Treibstoff-Raffiniere zerstört werden sollte. Die Air Force gab diesem Angriff damals die Bezeichnung Flight NN775.

Doch wohl aufgrund eines technischen Problems stützte die Maschine mit ihren insgesamt sieben Crew-Mitgliedern an Bord mit einer Fluggeschwindigkeit von etwa 600 km/h ab und bohrte sich in den morastigen Boden im Umland von Glabbeek ein, wo sie bis heute liegt und in diesem Tagen geborgen werden soll.