Wallonen viel königstreuer als Flamen

Es war – nach dem Ende des zweiten Weltkriegs – durchaus mal anders. Damals sprach sich die Mehrheit der Flamen gegen die Abschaffung der Monarchie aus und die Wallonen dafür. Mittlerweile halten vor allem die Wallonen am Königshaus fest. Viele Flamen können sich eine Republik Belgien vorstellen.

Eine Meinungsumfrage des Instituts für soziale und politische Meinungsumfragen (ISPO) der Katholischen Universität Löwen (KU Leuven) belegt: 66,1 % der wallonischen Belgier befürworten die Monarchie. In Flandern sind es nur 45,4%. Hier kann sich ein Viertel der Befragten (25 %) die Einführung einer Republik vorstellen. 30 Prozent der Flamen sähe lieber einen König mit rein zeremoniellen Aufgaben. Von den königstreuen Flamen lehnt die Hälfte eine Ausweitung der Macht des Königs ab.

In der Wallonie bezeichnen sich nur 10 % der Befragten als Republikaner. Hier befürwortet 40 % die Ausweitung der Macht des Königs.

In Flandern nimmt die Zahl der Monarchiefans ständig ab. 1990 hielten noch 62 % der Flamen die Monarchie für notwendig, fast die Hälfte mehr als heute. Auch das Vertrauen in die Monarchie nahm deutlich ab: Von 42% 2003 nach 29% 2014. Wohl finden 40 % der Flamen, dass ein König der Garant für die Einheit Belgiens ist.

Königstreue ist gesellschaftlich unterschiedlich verteilt. Überzeugte Katholiken sind königstreuer als andere. Auch Frauen sind mehr Pro-Monarchie als Männer. Bildung spielt auch eine große Rolle. Akademiker sehen die politische Rolle des Königs kritischer.

Wallonen sind in den letzten Jahrzehnten deutlich monarchieaffiner geworden. Sie sehen das Königshaus als Schutz gegen Separatismus, flämischen Nationalismus und Rechtsextremismus. Wallonen halten die Zukunft des einheitlichen Belgiens für sehr viel wichtiger als Flamen.