Grabgalerien in Laken: Restaurierung fast fertig

Die seit 2003 laufenden Restaurierungsarbeiten an den historischen Grabgalerien des Friedhofs von Laken in Brüssel (Foto) sind fast abgeschlossen. Damit ist dieser außergewöhnlich schöne und romantische Friedhof wieder um eine Attraktion reicher. Etwas verwunschen liegt dieser Friedhof, auf dem einige prominente Brüsseler ihre letzte Ruhestätte fanden, im Schatten der Liebfrauenkirche von Laken.
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Im Jahr 2001 wurde festgestellt, dass die unterirdischen Grabgalerien des Friedhofs von Laken dringend renovierungsbedürftig sind. Jahrelang sorgten allgemeine Feuchtigkeit und Rinnsale für immer größer werdende Schäden und zwei Jahre später wurde mit der Restaurierung begonnen.

Die Kosten dafür beliefen sich auf rund 4 Mio. € von denen Beliris (ein Kooperations-Ausschuss zwischen den Brüsseler Kommunal- und Regionalbehörden und der belgischen Bundesregierung) 1,6 Mio. € trägt. Die Arbeiten waren dringend, denn die Betonkonstruktion der Galerie drohte unwiderruflich zusammenzubrechen, was wohl auch Grabsteine und Grabplatten zerstört hätte. Im Laufe der Jahre wurden alle Grabplatten nach und nach renoviert und auch die Gräber an sich wurden unter die Lupe genommen.

Die Grabgalerien von Laken entstanden im Zeitraum 1876 bis 1935. Die älteren der Grabplatten sind im Neoklassizismus aufgebaut und die jüngeren Platten entsprechen eher damals aktuelleren art-deco-Tendenzen.

Insgesamt befinden sich in diesen Katakomben rund 4.000 Einzel- oder Familiengräber, die Stück für Stück in einer regelrechtren Puzzle-Arbeit restauriert wurden. Die meisten davon wurden von wohlhabenden oder adeligen Brüsseler Familien eingerichtet. Die Grabgalerien stehen bereits seit längerem unter Denkmalschutz.

Brüssels letzter noch genutzter Innenstadt-Friedhof

Der Friedhof von Laken (Fotos unten) ist der älteste Friedhof auf dem Gebiet der heutigen Region Brüssel-Hauptstadt, der noch genutzt wird. Im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs das frühere Dörfchen Laken rasch an und auch die Königliche Familie ließ sich hier nieder. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wuchs auch der Friedhof, der als Kirchhof rund um die damalige Liebfrauenkirche herum entstanden war. 1872 wurde am Rand des Friedhofs eine neue und viel größere Liebfrauenkirche eingeweiht und aus der alten Kirche wurde nach dem Teilabriss 1907 eine Art Friedhofskapelle, die im früheren Chor entstand.

Auf diesem Friedhof, der recht verwunschen und durchaus romantisch daherkommt, wurden viele prominente Brüsseler beerdigt. Darunter viele Bürgermeister und Lokalpolitiker aus der Hauptstadt, aber auch Industrielle, Künstler und auch Soldaten, die ihr Leben in einem der beiden Weltkriege im vergangenen Jahrhundert ihr Leben ließen.

So sind dort herrliche Familiengräber und -gruften zu finden, die teilweise bereits aufgegeben wurden, aber aufgrund des seit 1999 unter Denkmalschutz stehenden Friedhofs stehen blieben. Eigentlich könnte man diesen Friedhof den Père Lachèse von Brüssel nennen...