Belgien: Ein Einzelzimmer kostet 1.460 €

Ein Krankenhausaufenthalt in einem Einzelzimmer wird in Belgien immer teurer. Für die Aufnahme in einem Einzelzimmer zahlen Patienten hierzulande inzwischen bis zu 1.460 €. Das bedeutet, dass die Eigenbeteiligung an medizinischen Kosten immer mehr auf die Patienten selbst abgewälzt wird. Über die Krankenhausrechnungen werden auch Finanzlöcher der Kliniken gestopft. Dies ist aus einer Analyse von 1,4 Mio. Krankenhausrechnungen ersichtlich.

Die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad hatte Einblick in eine Analyse von 1,4 Mio. Krankenhausrechnungen von Seiten der Christlichen Krankenkasse (CM). Luc Van Dorp, der Vorsitzende dieser Krankenkasse, verweist dabei auf die allgemeinen Probleme bei der Finanzierung von Krankenhäusern.

Patienten, die ihren Krankenhausaufenthalt in einem Einzelzimmer verbrachten, haben dafür im Jahr 2015 gemeinsam knapp 643 Mio. € zusätzlich zum eigentlichen Standardpreis draufgezahlt. Die meisten Zusatzkosten entfielen dabei auf Zusätze bei den Arzthonoraren. Rund 60 % oder rund 900 € betragen diese Kosten auf den Rechnungen für Einzelzimmer in Krankenhäusern, so die CM-Analyse.

Diese Kosten dürfen behandelnde Ärzte in Belgien zusätzlich zu den Standardtarifen für Einzelzimmer berechnen. Damit stiegen diese Kosten innerhalb von 5 Jahren um 4 %. Früher berechneten Ärzte direkte Patientenkontakte in Einzelzimmern, doch mittlerweile müssen auch Scans oder Laboruntersuchungen zusätzlich bezahlt werden.

Unterfinanzierte Krankenhäuser

Das Patienten für ein Einzelzimmer optieren, so kritisiert die Christliche Krankenkasse, geschehe auch oft unter Druck der Krankenhäuser. Die Betroffenen werden offenbar vor die Wahl gestellt: Einzelzimmer und sofortige Behandlung oder Warten und von einem anderen Arzt behandelt werden.

Auf diese Art und Weise versuchen wohl immer mehr unterfinanzierte oder verschuldete Krankenhäuser ihre „Löcher zu stopfen“ und dies geschieht zu Lasten der Patienten. Nur Patienten, die eine Krankenhaus-Zusatzversicherung haben, können einen Teil dieser Mehrkosten von den Kassen zurückfordern. Doch über 2 Mio. Landsleute haben keine solche Versicherung, heißt es dazu.

Ganz nebenbei: Ende 2015 stapelten sich die offenen Rechnungen von Krankenhäusern in Belgien auf rund 49 Mio. €.