E40 nach Brüssel: Zahl der Fahrstreifen halbieren?

Die Region Brüssel-Hauptstadt plant, die Zahl der Fahrstreifen der Autobahn E40 aus Richtung Löwen (Prov. Flämisch-Brabant) im Laufe des kommenden Jahres von 2X6 Fahrstreifen auf 2X3 Fahrstreifen zu reduzieren. Was für den einen zukunftsweisend ist, scheint für den anderen schlichtweg „wahnsinnig“ zu sein.

Dass man in Brüssel plant, die Zahl der Fahrstreifen zwischen Löwen und der belgischen Hauptstadt auf der Autobahn E40 zu halbieren, stößt beim belgischen Automobilverband Touring auf Ablehnung. Dort hält man diese Pläne für „Wahnsinn“ und stellt die Frage, ob man die Verkehrspolitik nicht besser Mobilitätsfachleuten überlassen sollte, statt „kurzsichtigen Politikern“.

Beim flämischen Autofahrerverband VAB passt der Entschluss der Region Brüssel-Hauptstadt in einen zukunftsweisenden Trend, der sich derzeit schon in mehreren europäischen Metropolen breitmache: „Eigentlich ist dies eine recht logische Wahl, denn man sieht auch in anderen europäischen Großstädten, dass die Autos der Pendler aus den Stadtzentren verbannt werden.“

Allerdings weisen Städte, wie Oslo oder London, für solche Schritte Alternativen für die Berufspendler aus. Beim VAB heißt es dazu: „In Brüssel hat man jetzt erstmal die Essig-Maßnahme ergriffen. Es ist jetzt höchste Zeit, die Honig-Maßnahmen zu ergreifen.“ Dies könnte z.B. ein beschleunigter Ausbau des Brüsseler S-Bahn-Netzes sein, denn dies dauere alles zu lange. Daraus sei ersichtlich, so der VAB, dass die Brüsseler Mobilitätspolitik an Tatkraft vermissen lasse.

Selbstzweck?

Damit ähnelt die Kritik des VAB auch der des nationalen Verbandes Touring, wo es zu der Idee heißt: „Das ist eine umgekehrte Welt. Hier wird der Verkehr dazu getrimmt, künstliche Staus zu erzeugen.“ Bei Touring stellt man sich die Frage, ob das Reduzieren der Zahl der E40-Fahrstreifen zwischen Löwen und Brüssel lediglich zum Selbstzweck diene, da keine Alternativen dazu im Raum stehen würden.

BELGA/LALMAND