Im Auto: Auch Freisprech-Anlagen leiten Fahrer ab

Auch in Belgien ist das Nutzen von Mobiltelefonen während der Fahrt durch den Fahrer streng verboten, es sei denn, das Auto ist mit einer Freisprechanlage ausgerüstet. Doch nach Ansicht des Belgischen Instituts für Verkehrssicherheit (BIVV) ist auch das Telefonieren per Freisprechanlage für die Konzentration der Autofahrer nicht förderlich.

Das Belgische Institut für Verkehrssicherheit (BIVV) machte gemeinsam mit dem VRT-Sender Radio 2 die Probe aufs Exempel und setzte 30 Autofahrern vor einer Fahrt eine spezielle Brille auf, die die Bewegungen der Augen registrieren, ohne die Sicht des Fahrers auf den Verkehr einzuschränken. Und siehe da: Bei einem Anruf auf das Handy per Freisprechanlage schauten die Protagonisten im Wageninneren umher und wirkten unkonzentriert.

Stef Willems von BIVV sagte dazu am Montag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass zum ersten Mal tatsächlich die Wirkung von Telefonanrufen während der Fahrt auf Autofahrer getestet worden sei:

„Zum ersten Mal haben wir in einem Experiment feststellen können, dass auch das Telefonieren über Freisprechanlagen Auswirkungen mit sich bringt. So beachten wir während eines Telefongesprächs etwa 44 % weniger auf Verkehrsschilder, als sonst. Wir achten auch 28 % weniger auf andere Verkehrsteilnehmer. Und wir mussten feststellen, dass wir dabei auch weniger lang in den linken Seitenspiegel schauen.“

Zudem konnten die Tester des BIVV, unter ihnen auch Moderatorinnen von Radio 2, feststellen, dass telefonierende Autofahrer länger auf dem mittleren Fahrstreifen auf der Autobahn bleiben, als Fahrer, die nicht telefonieren. Das BIVV rät dazu, auch nicht via Freisprechanlage während der Fahrt zu telefonieren. Man könne ja, wo es möglich ist, rechts ran fahren.

Flanderns Verkehrsminister bleibt zögerlich

Ben Weyts (N-VA - kl. Foto), der Verkehrsminister der flämischen Landesregierung, hält von einem Verbot auch für Telefonate per Freisprechanlage während der Fahrt, wie es das BIVV anregt, nicht so viel. Er rät zwar ebenfalls davon ab, doch ein Verbot lehnt er ab:

„Da bin ich dann doch zurückhaltend. Das Wichtigste ist natürlich, dass man nicht während der Fahrt mit dem Handy in der Hand telefoniert oder SMS-Berichte und Emails verschickt. Doch wo muss man hier eine Linie ziehen? Dann entsteht die Diskussion, wohin das noch führen soll, z.B. mit dem Reden des Fahrers mit seien Mitfahrern. Das kann ja auch ableiten. Ich habe die Linie lieber da, wo sie jetzt ist. Aber, ich bitte um mehr Kontrollen.“