Notdienste im Krisenfall: Kommunikation sichern

Der belgische Staat wird 117 Mio. € in die Kommunikation zwischen allen Not-, Hilfs- und Sicherheitsdiensten investieren. Damit sollen Kommunikationspannen, wie die Unerreichbarkeit von wichtigen Schaltstellen nach den Anschlägen vom 22. März, vermieden werden. Weil damals die Netzwerke völlig überlastet waren, mussten die Spitzen der betroffenen Dienste per WhatsApp miteinander kommunizieren.

Das sogenannte „Astrid-System“ ist eigentlich dazu gedacht, alle Not-, Hilfs- und Sicherheitsdienste in Belgien mit einander kommunizieren zu lassen, auch und gerade in Krisensituationen, wie bei Katastrophen oder Terroranschläge. Doch nach den Anschlägen auf den Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem und die U-Bahnstation Maalbeek im Zentrum der Hauptstadt am 22. März, brachen alle Verbindungen zusammen, weil die Netzwerke sehr schnell völlig überbelastet waren.

Jetzt soll „Astrid“ modernisiert werden und nach einer inzwischen bestätigten Meldung der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd investiert der belgische Staat jetzt 117 Mio. € in das System. Allerdings verlautete dazu aus dem zuständigen Innenministerium in Brüssel, dass dieses Geld nicht zusätzlich freigemacht werde, sondern bereits im Haushalt vorgesehen sei.

Konkret werden 40 Mio. € in die Modernisierung der rund 600 Sendemasten des „Astrid-Systems“ gesteckt, z.B. in den Anbau von mehr Empfängern, als bisher und auch in den Aufbau von zusätzlichen Masten. 12 weitere Millionen werden für den Ankauf und die Verteilung von sogenannten „Vorrang-Mobilfunkkarten“ freigemacht, mit denen die Smartphones von 5.000 bis 7.000 Schlüsselfiguren innerhalb aller Notdienst-Systeme ausgerüstet werden sollen.

Hiermit können alle herkömmlichen Handynetze in Belgien genutzt werden. Rund 64 Mio. € gehen daneben in die Modernisierung der vorhandenen „Astrid-Technik“, denn einige Geräte sind seit der Einführung des Kommunikationssystems vor 15 Jahren noch nicht an die moderne Technik angepasst…