Wieder eine große Non-Profit-Demo in Brüssel

In Brüssel demonstrierten an diesem Donnerstag mehrere Tausend Mitarbeiter aus dem sozio-kulturellen Sektor in Belgien. Dies schloss sowohl die Mitarbeiter aus dem Pflege- und Gesundheitsbereich ein, als auch das Personal aus dem Kultur- und Jugendbereich.
BELGA

Zu dieser Demonstration hatten die drei großen Gewerkschaften in Belgien aufgerufen: die sozialistische, die christliche und die liberale Gewerkschaft. Gemeinsam fordern die Mitarbeiter aus dem sogenannten „Non-Profit-Sektor“ bessere Arbeitsbedingungen und eine bessere Bezahlung.

Bis zu 20.000 Demonstranten folgten dem Aufruf, ihren Unmut in den Straßen der belgischen Hauptstadt Brüssel kundzutun. Das führte vereinzelt zu Engpässen in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Kulturzentren führen, auch wenn eine minimale Dienstleistung garantiert war. Einige Kliniken im belgischen Bundesland Flandern hatten denn auch Mitarbeiter zum Dienst verpflichtet, was aber von Seiten der Gewerkschaften akzeptiert wurde.

Die Demonstration begann am Donnerstagmorgen am Brüsseler Nordbahnhof und endete unweit des Bahnhofs Süd/Midi, wo eine Abschlusskundgebung stattfand. Die Polizei sorgte mit rund 400 Beamten für einen reibungslosen Ablauf der Demonstration.

Die „Weiße Wut“, wie der Gesundheitssektor in Belgien gerne genannt wird, fordert bereits seit Langem bessere Arbeits- und Lohnbedingungen. Im ständigen Gespräch ist z.B. im Rahmen von Tarifverhandlungen ein besseres Prämien- und Schichtzulagensystem oder auch weniger harte Schichten für ältere Mitarbeiter mit einer langen Laufbahn in diesem Bereich.

Die Gesundheitsministerin reagiert

Bundesgesundheitsministerin Maggie De Block (Open VLD) reagierte am Donnerstagmorgen auf die Forderungen der Demonstranten. Dabei gab sie zu verstehen, dass sie bereits „erworbene Rechte“, wie zusätzliche freie Tage für Pflegepersonal, dass älter als 45 Jahre ist, nicht antasten wolle. Gerade auf diesem Wege wolle die Regierung Mitarbeiter im Pflege- und Gesundheitsbereich länger in Dienst halten, so De Block.

Inzwischen verlautete aus Regierungskreisen, dass der Ministerrat dabei sei, Pläne aufzustellen, die ein neues Sozialabkommen für den sozio-kulturellen Bereich vorbereiten soll. Dies wurde von den Gewerkschaften deutlich begrüßt.