“Anschläge in Belgien werden schwieriger”

Rob Wainwright, Direktor der europäischen Polizeiorganisation Europol warnt vor neuen Terroranschlägen. In einem Gespräch mit der VRT-Nachrichtenredaktion betont er aber, dass es für Terroristen sehr viel schwieriger geworden ist, noch Anschläge in Belgien und Frankreich zu verüben.
AP 2016

„Ich denke, die Bedrohung bleibt groß. Ein Anschlag ist wahrscheinlich, sogar sehr wahrscheinlich“, warnt der Europol-Direktor und das tut er nicht zum ersten Mal.

Aufgrund der verschärften Sicherheitsmaßnahmen ist es für die Terroristen aber sehr viel komplizierter geworden, um noch in Belgien oder Frankreich zuzuschlagen. „Das wird die Planung der Terrororganisationen sicher beeinflussen.“

Die Ermittlungen nach den Anschlägen in Frankreich und Belgien haben deutlich gemacht, dass viele der Terroristen einen kriminellen Hintergrund haben und polizeibekannt sind. Wainwright findet, hieraus müssten Schlüsse gezogen werden, weil dies früher nicht der Fall war. „Wir brauchen neue Methoden. Wir müssen die Datenbanken von Nachrichtendiensten und Polizei besser vernetzen.“

Die belgische Staatssicherheit hatte bis vor kurzem einen Verbindungsoffizier bei Europol, aber der wird nicht ersetzt, wofür Wainwright absolut kein Verständnis hat. Für Europol bleibt der Kampf gegen den Terror eine absolute Priorität. Seit Januar verfügt die Organisation über eine Sonderkommission, die versucht sich eine Übersicht über das Tun und Lassen der Terroristen zu verschaffen. Und das ist durchaus erfolgreich, weil so verschiedene Anschläge verhindert werden konnten, so Wainwright.